POLITIK
24/01/2016 10:29 CET | Aktualisiert 24/01/2016 10:30 CET

Alexis Tsipras warnt im Gespräch mit Arianna Huffington vor "inakzeptablen Verzögerungen" bei den Verhandlungen

HuffpostGreece

Nur wenige Politiker standen in diesem Jahr mehr unter Druck oder waren entschlossener, als sie zum Weltwirtschaftsforum nach Davos reisten, als der griechische Premierminister Alexis Tsipras. Entschlossen, bei den Gesprächen mit seinen Amtskollegen voranzukommen. Es steht viel auf dem Spiel für den jungen Premierminister, der hofft, dass er nach schwierigen Jahren das Vertrauen in die Zukunft Griechenlands wieder herstellen kann.

Arianna Huffington, Herausgeberin der Huffington Post, traf Tsipras am Freitag im Vision Center, das die Huffington Post sich in Davos mit Microsoft teilt. Gemeinsam liefen sie zum Congress Center und setzten ihre Unterhaltung über Griechenlands Erholung auf dem Weg fort.

„Alles deutet darauf hin, dass Griechenland wieder auf die Beine kommt. Wenn man aus den Fehlern der Vergangenheit lernt“, sagte Tsipras zu Arianna Huffington.

„Ich hoffe und wünsche es mir, dass wir diese womöglich letzte Chance für Griechenland nicht verspielen.“ Alexis Tsipras

Ein politisch wie auch finanziell turbulentes Jahr liegt hinter Griechenland. Im Sommer 2015 stimmte die griechische Regierung einem Rettungsplan der internationalen Kreditgeber zu, was dem Land finanzielle Mittel im Gegenzug für weitreichende Reformen sicherte.

Expertenteams aus verschiedenen europäischen Institutionen sind derzeit in Griechenland, um die Fortschritte zu bewerten, die die Regierung bei der Umsetzung der Reformen macht. Sobald die Evaluierung beendet ist, hofft die griechische Regierung, Gespräche wieder aufzunehmen, um eine Form der Schuldenerleichterung auszuhandeln.

„Die Evaluierung muss so bald wie möglich abgeschlossen werden. Machbarkeit ist Teil dieser Erfolgsstrategie", sagte Tsipras zu Huffington. „Eine erfolgreiche und zeitnahe Evaluierung, die zu einer baldigen Einigung über die Schuldenfrage führt, wird auch das Vertrauen wiederherstellen, schnell die Entwicklung vorantreiben und ein Umdenken herbeiführen.“

"Ich hoffe und wünsche es mir, dass wir diese womöglich letzte Chance für Griechenland nicht verspielen“, fügte Tsipras noch hinzu.

Tsipras sagte weiter, dass andere europäische Regierungschefs die Dringlichkeit verstehen würden, besonders angesichts der beispiellosen Flüchtlingskrise, mit der der Kontinent konfrontiert ist.

huffington tsipras

Arianna Huffington sprach mit Alexis Tsipras (ganz rechts) und seinem Team, Staatsminister Nikos Pappas und Sonderberaterin Danai Badogianni.

Verhandlungen mit drei verschiedenen Institutionen seien jedoch nicht einfach, bemerkte Tsipras, besonders, wenn diese drei Institutionen bei der Evaluierung zu verschiedenen Ergebnissen kommen.

„Ich hoffe, dass die vielen Unstimmigkeiten und Konflikte zwischen den Institutionen nicht zu einer Entschuldigung für inakzeptable Verzögerungen werden, die einer Grecovery im Weg stehen“, so Tsipras.

Dieser Artikel erschien zuerst in der Huffington Post Griechenland und wurde zunächst ins Englische und dann von Cornelia Lüttmann aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt.

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