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22/01/2016 10:33 CET | Aktualisiert 22/01/2016 13:49 CET

Liebeskiller WhatsApp? Chatten kann eifersüchtig machen

Vincent Besnault via Getty Images
Man muss auch in der Beziehung nicht immer Texten. Ein Gespräch ist meistens viel eindeutiger.

Liebesgrüße via WhatsApp und Facebook gehören zu einer modernen Beziehung heute irgendwie dazu. Ein Kussmund jetzt, ein "Ich liebe dich" später - und der Partner erwidert es. Es ist wie ein Streicheln oder ein Kuss durch das Smartphone. Nachrichten sind zur Möglichkeit geworden, dem anderen seine Zuneigung zu zeigen. Das ist toll - kann aber auch problematisch sein, warnen Experten. Nur woran liegt das?

  1. Unterschiedliche Erwartungen
  2. Wer schreibt, erwartet eine Antwort. Möglichst schnell. Der andere ist vielleicht sogar genervt, wenn er ständige eine Meldung auf das Smartphone erhält.

    Das Problem ist: Nur selten haben Partner dasselbe digitale Kommunikationsbedürfnis. Männer fassen sich meist kürzer und schreiben seltener. Es kommt zum Ungleichgewicht: "Ungleichgewichte sind in einer Partnerschaft mit einer geringeren Beziehungsstabilität und mit einer höheren Trennungsabsicht verbunden", erklärt Manuela Sirrenberg, Psychologin an der Universität Eichstätt-Ingolstadt, gegenüber der "Welt".

    Unbeantwortete Nachrichten können dann dazu führen, dass der Partner die Beziehung eher in Frage stellt.

  3. Eifersucht
  4. Steht noch eine Antwort aus, obwohl der Partner laut WhatsApp oder Facebook online ist, geht die Fantasie womöglich mit einem durch. Die Eifersucht ist da. Informiert er sich über seine Ex? Schreibt er mit einer anderen?

  5. Bedeutungen
  6. Ein kleiner, harmloser Flirt - früher war es ein Augenzwinkern und ein nettes Wort . Jetzt wird in den sozialen Netzwerken alles dokumentiert und erhält Gewicht. Ein unbedachtes "Schatzi" zum Friseur oder ein Bussi-Smiley vom Kollegen: Wer bereits eifersüchtig ist, bekommt genug Verdachtsmomente, die es bestätigen. Davor warnt Jörg Wesner, Diplom-Psychologe und Paartherapeut aus Hamburg. Denn Eifersucht lässt einen Nachrichten anders lesen.

    Um das zu verstehen, ist wichtig: Eifersucht ist eine Sache des Selbstbewusstseins. Wer eher unsicher ist, der hat Angst vor Konkurrenz und braucht viel Bestätigung. Aber eben nicht nur im Gespräch, auch online. Und so wird das Nachrichten schreiben zum Stressfaktor, warnt Sirrenberg.

Und nun?

Wichtig ist, darüber zu sprechen. Wie geht es dem Partner mit dem Texten? Schürt es Ängste? Nervt oder stresst es?

Wenn einer oder beide mit dem aktuellen Zustand nicht glücklich sind, gilt es etwas zu ändern. Indem man zum Beispiel den Online-Status verbirgt oder notfalls einfach anruft. Schriftlich kann man nie so viele Gefühle ausdrücken, wie es in einem echten Gespräch wirklich möglich ist.

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