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22/01/2016 11:12 CET | Aktualisiert 22/01/2016 11:18 CET

Vorhofflimmern: Frauen erleiden deshalb schneller einen Herzinfarkt

Frauen sind häufiger Opfer eines Schlaganfalls in Folge von Vorhofflimmern.
Peter Dazeley via Getty Images
Frauen sind häufiger Opfer eines Schlaganfalls in Folge von Vorhofflimmern.

Die Angst vor einer Erkrankung des Herzens treibt viele Menschen um. Herzinfarkte sind die führende Todesursache in Europa. Doch dem gehen oft andere Leiden voraus: So auch das sogenannte Vorhofflimmern. Rund 33,5 Millionen Menschen weltweit leiden daran, davon über sechs Millionen Menschen in Europa. Aber viele kennen die Symptome nicht.

Was ist Vorhofflimmern?

Vorhofflimmern ist die weltweit häufigste Form von Herzrhythmusstörungen, an denen Menschen weltweit erkranken. Das Flimmern entsteht in den Vorhöfen des Herzens. Diese elektrische Erregungen werden in die Herzkammern weiter geleitet. Der Herzschlag und der Puls werden unregelmäßig. Dies kann zu einem Blutgerinnsel in den Vorhöfen des Herzens führen, welche wiederum das Risiko für einen Schlaganfall erhöhen.

In Bezug auf das erhöhte Schlaganfall-Risiko sollten vor allem Frauen umsichtig sein. Denn laut einer aktuellen Studie erleiden Frauen bis zu 95 Prozent häufiger einen Schlaganfall in Folge von Vorhofflimmern. Auch andere Folgen des unregelmäßigen Herzschlages, wie Herzinfarkte (55 Prozent) oder Herzstillstand (16 Prozent) betreffen Frauen häufiger als Männer.

Wie erkenne ich Vorhofflimmern?

Die Symptome des Vorhofflimmerns können sehr verschieden ausfallen und deuten manchmal gar nicht auf eine Herzerkrankung hin. Das hat zur Folge, dass die Herzrhythmusstörung oft nicht rechtzeitig diagnostiziert werden. Auch hier sind Frauen wieder schlimmer betroffen, da laut Dr. Suzanne Steinbaum vom "Lenox Hill Hospital", vor allem bei Frauen die Symptome nicht so offensichtlich ausfallen wie bei Männern.

Alarmierend sind Symptome wie Herzrasen, Atemnot oder Kurzatmigkeit und Schwindel. Allerdings gehen oft Müdigkeit, Schlafstörungen, Abgeschlagenheit und Depressionen mit einher, so dass oft Stress dafür verantwortlich gemacht wird.

Nachweisen lässt sich das Vorhofflimmern am besten durch die Herzrhytmusstörungen. Messen kann man das ganz leicht auch selbst: Man nimmt Zeige- und Mittelfinger und umgreift das Handgelenk der jeweils anderen Hand. Dann legt man die Fingerkuppen der beiden Finger auf die Innenseite des Handgelenks, auf der die Hauptschlagader gelegen ist. Diese lässt sich relativ einfach ertasten. So fühlt man den eigenen Puls und kann die Schläge des Herzens zählen. Sollten diese in unregelmäßigen Abständen kommen, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Was kann ich gegen Vorhofflimmern tun?

Vorbeugen lässt sich die Herzerkrankung wie alle anderen das Herz betreffenden Leiden durch eine gesunde Lebensweise. So rät Professor Thorsten Lewalter, Leiter des Bereichs Rhythmologie am Isar-Herz-Zentrum München, zu einer ausgewogenen Ernährung, gemäßigten Alkohol- und Zigarettenkonsum und einer Gewichtskontrolle.

Dass Bluthochdruck, bedingt durch Übergewicht, Bewegungsmangel, zu fettem Essen oder starkem Rauchen, zu Herzinfarkten oder Schlaganfällen führen können, ist nicht neu. Allerdings kann nicht oft genug darauf hingewiesen werden, wie wichtig es ist, auf seinen Körper zu achten und so diverse und sogar lebensgefährliche Krankheiten vorzubeugen.

Weiterhin können bereits betroffene Menschen sich mit bestimmten Medikamenten helfen. So sollen Anti-Gerinnungsmedikamente das Vorhofflimmern so weit eindämmen können, damit das Risiko für einen Schlaganfall eingeschränkt werden kann. Medikamente sollten hier aber nur in Absprache mit einem Arzt genommen werden.

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