POLITIK
22/01/2016 15:57 CET | Aktualisiert 22/01/2016 15:57 CET

"Haben unser Konzept zerschossen": SWR-Chef Frey rechnet mit SPD ab

dpa

Die geplante Fernsehdebatte vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz im März ist wohl endgültig geplatzt. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hält an ihrer Absage eines gemeinsamen Fernsehauftritts mit der rechtskonservativen Alternative für Deutschland (AfD) fest.

Ihre CDU-Herausforderin Julia Klöckner hatte aus Verärgerung über diese Haltung ihre Teilnahme an einer Runde nur mit den schon im Landtag vertretenen Parteien - also SPD, Grüne und CDU - abgesagt. Der Südwestfundfunk (SWR) reagierte mit heftiger Kritik.

Die Regierungschefin blieb dabei: "Die AfD hat sich stark radikalisiert", sagte Dreyer im Deutschlandradio Kultur. "Es gibt für mich deshalb gar keinen Grund, mich in eine "Elefantenrunde" zu setzen, in der die AfD anwesend ist, obwohl sie nicht Mitglied im Landtag ist." Damit müsse der SWR umgehen. "Eine Erpressung sehe ich damit nicht."

Die mitregierenden Grünen setzten sich indirekt von Dreyer ab. "An uns rheinland-pfälzischen Grünen werden keine Wahlkampfdiskussionen zur Landtagswahl scheitern", erklärten die Spitzenkandidaten Eveline Lemke und Daniel Köbler. Sie seien für eine Runde der Spitzenkandidaten "aller relevanten Parteien". CDU-Landeschefin Klöckner riet Rot-Grün, eine gemeinsame Linie zu finden.

Der SWR-Chefredakteur Fernsehen, Fritz Frey, zeigte sich verärgert. "Die Parteien haben uns jetzt zweimal unser journalistisches Konzept zerschossen. Ich halte das für fatal", sagte er dem "Spiegel". Er warf SPD und Grünen vor, sich nicht der AfD stellen zu wollen. "Man möchte denen fast zurufen: Was seid ihr eigentlich für Schönwetterdemokraten, wenn ihr euch jetzt wegduckt."

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