WIRTSCHAFT
22/01/2016 06:36 CET | Aktualisiert 22/01/2016 07:50 CET

"Die Gesellschaft droht zu zerbrechen": Deutscher Top-Manager fordert Grundeinkommen für alle

Ein festes Gehalt für jeden, auch ohne Arbeit - immer mehr namhafte Experten plädieren dafür, diese Utopie umzusetzen. Lange wurden sie dafür belächelt - wie etwa dm-Gründer Götz Werner, der die Debatte in Deutschland schon früh vorangetrieben hat.

Vor- und Nachteile: Das verbirgt sich hinter dem bedingungslosen Grundeinkommen

Jetzt melden sich jedoch immer mehr Fürsprecher der Idee eines Sockel-Gehalts. Zuletzt hatte Telekom Chef Timotheus Höttges im Interview mit der "Zeit" gesagt: "Ein bedingungsloses Grundeinkommen kann eine Grundlage sein, um ein menschenwürdiges Leben zu führen." Es gehe um die Frage, wie man ein faires System für eine Welt von morgen schaffe, sagte Höttges.

Wenn wir hier nichts tun, droht die Gesellschaft auseinanderzubrechen

Prominente Unterstützung erhalten Werner und Höttges jetzt von Bernd Leukert. Der SAP-Vorstand erklärte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ), dass von einem Grundeinkommen auch diejenigen profitieren würden, die weiterhin höhere Gehälter beziehen. "Wenn wir an dieser Stelle nichts tun, droht die Gesellschaft auseinanderzubrechen."

Leikert erklärte zudem, er sei der Meinung, dass man die Bedingungen für ein faires Einkommen nicht der Wirtschaft überlassen sollte. "Hier ist die Politik gefragt, den richtigen Rahmen zu setzen."

Schwer zu vermitteln, dass auch Topverdiener einfach so Geld bekommen sollen

In der Schweiz hatte eine Initiative im vergangenen Jahr Stimmen für einen Volksentscheid über das Grundeinkommen. Durchgesetzt hat sich die Idee bislang nirgends.

Zu Recht, finden Gegner der Idee. Zwar müsse bei einer Zahlung an jedermann nicht mehr geprüft werden, ob jemand wirklich bedürftig sei - man könne den Menschen aber schwer vermitteln, dass auch Topverdiener einfach so Geld bekommen sollen, kritisierte Dominik Enste, Professor für Wirtschaftsethik am arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft in Köln, vor mehreren Monaten.

Zudem sei ein Grundeinkommen nicht finanzierbar, "weil es zu viele Anreize zerstört, noch legal zu arbeiten".

Mit Material von dpa

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