ENTERTAINMENT
21/01/2016 06:41 CET

"Valley of Love": Gérard Depardieu und die Wüste

Anadolu Agency via Getty Images
Isabelle Huppert und Gerard Depardieu bei der Filmpremiere 'Valley of Love' in Cannes.

Zwei Größen des französischen Kinos wieder vereint vor der Kamera: Rund 35 Jahre nach "Der Loulou" (1980) haben Isabelle Huppert und Gérard Depardieu wieder einen gemeinsamen Film gedreht. Schade, dass es ausgerechnet "Valley of Love" sein musste, der jetzt in die deutschen Kinos kommt.

Darin spielen die beiden ein entfremdetes Elternpaar, das von seinem toten Sohn in die Wüste geschickt wird. Der Clou: Im Film tragen die Schauspieler ihre eigenen Vornamen. Isabelle und Gérard folgen einer seltsamen Einladung ihres verstorbenen Sohnes. Sechs Monate, nachdem er sich umgebracht hat, suchen sie ausgerechnet im Death Valley nach seinem letzten Lebenszeichen.

In einem Brief hat er die beiden dazu aufgefordert, sich zusammen an verschiedenen Orten im Todestal einzufinden. Dort sollen sie auf ein Zeichen von ihm warten. Bei diesem absurd anmutenden Aufenthalt kommt sich das einstige Paar wieder näher und erzählt sich, wie das jeweilige Leben ohne den anderen geworden ist.

Depardieu zeigt dabei großen Körpereinsatz: Schwitzend, massig, schleppt er sich schnaufend durch die brütende Hitze - immer wieder halbnackt, beeindruckend uneitel. Im krassen Gegensatz dazu steht die zerbrechliche Grazie Hupperts, von der höchstens mal ein nacktes Knie zu sehen ist. Meistens trägt sie Sonnenhut- und Brille. Er: hemmungslos und offen - sie: zugeknöpft, beherrscht und klassisch schön.

Die große Liebe, die diese beiden so unterschiedlichen Menschen einmal verbunden haben muss, wird fast greifbar. Das liegt am außergewöhnlich und bezaubernd intimen Spiel der beiden Schauspieler, an dem man sich kaum sattsehen kann. Ärgerlich nur, dass die Geschichte, in die das Spiel eingebettet ist, dermaßen hanebüchen daherkommt, dass sie streckenweise schon an unfreiwillige Komik grenzt. Der Film "Valley of Love" von Regisseur Guillaume Nicloux driftet zum Schluss unhaltbar ins Spirituelle ab und versäumt es dabei auch noch, seinen faszinierenden Hauptfiguren so sehr auf den Grund zu gehen, wie sie es verdient hätten.

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