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21/01/2016 10:46 CET | Aktualisiert 27/06/2017 13:12 CEST

Kamasutra: Wie Sex zur erfüllten Partnerschaft führen kann

Mit Kamasutra können Paare ihr Liebesleben auffrischen.
Artem_Furman via Getty Images
Mit Kamasutra können Paare ihr Liebesleben auffrischen.

  • Das Kamasutra ist nicht nur ein Lehrbuch über Sexstellungen

  • Es geht auch um eine funktionierende Partnerschaft

  • Zur Leidenschaft gehören viele Aspekte

Es ist eines der bekanntesten Werke der erotischen Literatur: Das Kamasutra wurde vor rund 1800 Jahren verfasst und es geht um mehr als nur sexuelles Verlangen

Das Kamasutra, Sanskrit für "Verse des Verlangens", ist zum Synonym für die hohe Kunst der körperlichen Liebe geworden.

Wer die zum Teil abenteuerlichen Stellungen dieses Buchs beherrscht, soll zu den besten Liebhabern zählen. Dabei geht es in dem indischen Werk, verfasst um 200 nach Christus von Vatsyayana Mallanaga, um viel mehr.

Das siebenteilige Buch beschäftigt sich mit körperlicher Liebe als Teil des Weges zur Erlangung göttlicher Weisheit und Befreiung.

Und damit geht es im Umkehrschluss auch um funktionierende Partnerschaften, die Sex als wichtigen (aber nicht zentralen) Bestandteil haben. Das Werk ist Aufklärung, Anregungsmaterial und Beziehungsleitfaden in einem.

Eng verwandt mit dem Tantra, soll das Kamasutra die uns innewohnenden göttlichen Elemente aktivieren, und die Erotik dient dabei als Mittel der Befreiung. Die vom Menschen angestrebten Ziele sind Sex, Religion und Macht.

Die patriarchalischen Obertöne einmal ausgenommen, kann das Kamasutra noch heute als Vorbild für eine erfüllte Partnerschaft stehen. Doch die hat nicht nur etwas mit Sex zu tun.

Kamasutra: Sex versus Erotik

Eben weil der Ansatz so allumfassend ist, geht es im Kamasutra neben den Sexstellungen, für die es berühmt ist, vor allem um die Intimität. Diese beginnt bereits beim Küssen.

Lippen und Zungen sind direkt mit den Sexualorganen verbunden und machen Lust. Deshalb lehrt das Buch verschiedene Kusstechniken, die mit Knabbern, Saugen und intensiver Beschäftigung zusammengefasst werden können.

Das zweite Buch nimmt sich neben dem Küssen auch der Stellungen an und erklärt, welche die meiste Lust bereiten. Oder tantrischer: Welche Chakren - also Energiezentren - so am besten stimuliert werden.

Zentral ist dabei die Art, wie der Mann zustößt.

Hinter eher lustigen Begriffen wie "Buttern", "Eberstoß" und anderen Bezeichnungen verbergen sich verschiedene Techniken, die der Mann bei der Penetration anwenden soll. Aber auch über Oralsex, Rollentausch und den gekonnten Einsatz der Zähne klärt dieser Teil auf.

Der Autor nimmt sich auch der richtigen Art der Brautwerbung an und beschreibt ein sittsames (oder offenherziges) Verhalten der Frau in verschiedenen Lebensabschnitten. Typisch für das Kastendenken ist, dass die Frau dem Mann untergeordnet sei und sich seinen Wünschen beugen müsse.

Das Kamasutra heute

Neuere Interpretationen fokussieren vor allem auf den Machtaspekt, der als Anleitung zur besseren Führungspersönlichkeit verstanden wird. Und die Verbindung von Sex, Macht und Ausgeglichenheit ergibt durchaus Sinn.

sex kamasutra

Während manche Passagen in diesem Werk überholt sind und einige Sexstellungen unmöglich umzusetzen sind, können Paare durchaus eine Lehre aus ihm ziehen:

Nur, wer sich intensiv auf das Liebesspiel einlässt, findet darin Erfüllung.

Zudem ist es eine Anregung zum Experimentieren und Entdecken des Körpers. Denn Sex gehört zum Leben dazu und sollte nicht als ein Tabu angesehen werden. Letztendlich ist die grundlegende Erkenntnis: Die Götter haben die Körper von Mann und Frau nicht ohne Grund so erschaffen, wie sie sind.

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(cho)