POLITIK
21/01/2016 02:31 CET | Aktualisiert 21/01/2016 03:27 CET

Drei Bundesländer nehmen die Hälfte der Flüchtlinge in Deutschland auf

Etwa eine Million Flüchtlinge kamen 2015 nach Deutschland - eine Zahl, die für deutsche Behörden zu einer organisatorischen Überlastung geführt hat.

Das lag auch daran, dass eine gerechte Verteilung der Asylbewerber nicht funktionierte. So hatten mehrere Bundesländer einen Rückstand bei der Aufnahme von Flüchtlingen, hatte vergangenen Oktober eine vom Bundesinnenministerium erstellte "Übersicht zur Verteilung ankommender Flüchtlinge auf die Länder" gezeigt.

Jetzt gibt es neue Zahlen, die zeigen: Ein großer Teil der Flüchtlinge ist immer noch auf wenige Bundesländer verteilt. So ist die Hälfte aller Asylsuchenden in nur drei Bundesländern registriert. Das geht aus einer noch nicht veröffentlichten Auswertung der Internationale Organisation für Migration (IOM) hervor, die der "Welt" vorliegt und die sich auf Zahlen von Januar bis September des vergangenen Jahres bezieht.

So nehmen Nordrhein-Westfalen 21 Prozent, Bayern 16 Prozent und Baden-Württemberg 13 Prozent der im sogenannten EASY-System registrierten Asylsuchenden auf. Auch für das laufende Jahr prognostiziert die Organisation eine ähnliche Verteilung.

Bei der Verteilung der Flüchtlinge innerhalb Europas gebe es laut IOM kaum Fortschritte. Nach dem Vorschlag der EU-Kommission vom September sollten 160.000 Flüchtlinge aus Syrien, Eritrea und dem Irak, die sich bereits in Europa befinden, auf alle Mitgliedsstaaten nach einer freiwilligen Quote umverteilt werden, berichtet das Blatt.

Bisher seien aber erst 272 Personen umverteilt worden. Deutschland habe bisher 40 Umverteilungsplätze angeboten, elf Schutzsuchende aus Italien und zehn aus Griechenland seien tatsächlich nach Deutschland geholt worden, wie die IOM der "Welt" mitteilte.

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