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21/01/2016 04:04 CET | Aktualisiert 21/01/2016 04:04 CET

Cannabis: Lässt Kiffen die Intelligenz schrumpfen?

rez-art via Getty Images
Studie zweifelt daran, dass Cannabis uns dümmer werden lässt

Kiffen in der Jugend macht dumm - oder auch nicht. Zweifel an der These gibt es schon länger, jetzt werden sie weiter genährt. Eine Zwillingsstudie in den USA stellt erneut die negativen Auswirkungen von Cannabis auf unsere Gehirnentwicklung in Frage.

Denn die Forscher von der Loyola Maymouth University in Los Angeles glauben vielmehr, dass das Kiffen nur ein Symptom dessen ist, was die Intelligenz wirklich schwinden lässt. Und damit eben nicht die Ursache an sich.

Bisher basierten wissenschaftliche Analysen auf Beobachtungen im echten Leben. Das Problem dabei ist: Man kann nicht differenzieren, ob es das Kiffen ist, das auf die Intelligenz einwirkt. Es könnten auch andere Faktoren wie Umwelt oder Gene eine wichtige Rolle spielen.

Zwillingsstudie zur Cannabis-Wirkung

Bei einer Zwillingsstudie reduziert sich das Risiko solcher Verzerrungen. Und das nutzten die Forscher der Loyola Maymouth University aus: Ihre Analyse basiert auf zwei Zwillingsstudien mit insgesamt mehr als 3000 Teilnehmern. Das berichtet die Fachzeitschrift "PNAS":

  1. Im Alter von neun bis zwölf Jahren haben die Probanden eine Reihe an Intelligenztests absolviert. Zu diesem Zeitpunkt hatte noch keiner von ihnen Marihuana geraucht.
  2. Im Alter von 17 bis 20 wurden die Tests noch einmal wiederholt.

Mit den dadurch gewonnenen Daten konnten die Forscher die Leistungen der einzelnen Teilnehmer vergleichen. Und zudem war es möglich einen Zusammenhang mit dem Kiffen herzustellen.

Das Ergebnis: Bei den meisten Übungen gab es keine Unterschiede. Lediglich bei Vokabel- und Wissenstests schnitten Cannabiskonsumenten schlechter als Nichtkiffer ab. Die Hanfdosis jedoch spielte bei dem Ergebnis nach Aussage der Studie nur eine geringe Rolle.

Vergleich für eineiige Kiffer und Nicht-Kiffer

Anschließend legten die Forscher ihren Fokus auf jene Zwillingspaare, bei denen der eine kiffte und der andere nicht. Anders als bei vorangegangenen Studie eignen sie sich für einen Vergleich besonders gut, da sie im selben Umfeld aufgewachsen waren. 137 dieser 290 Zwillingspärchen waren sogar eineiig.

Das Ergebnis: Auch hier gab es kaum Unterschiede zwischen den Geschwistern. Das bedeutet, auch die US-Forscher haben keine Beziehung zwischen Cannabiskonsum und einem niedrigeren Intelligenzquotienten. Zu demselben Ergebnis ist das University College London im Jahr 2014 bereits gekommen.

Für Joshua Isen, Psychologe an der Loyola Maymouth University in Los Angeles ist jedoch etwas anderes klar: Ein Teenager mit einem hohen Risiko zu kiffen, erlebe einen IQ-Rückgang wahrscheinlich unabhängig davon, ob er tatsächlich mit dem Konsum anfange. Es sei jedoch noch unklar, was die beiden Faktoren miteinander verbinde. Das berichtet der "Spiegel".

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