POLITIK
20/01/2016 16:31 CET | Aktualisiert 20/01/2016 16:35 CET

US-Wahlen: Warum Trump nicht mehr aufzuhalten sein könnte

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Der Wahlkampf verspricht Hochspannung

Weniger als zwei Wochen sind es nur noch bis zum 1. Februar. Dem Tag, an dem im US-Bundesstaat Iowa endlich die Vorwahlen im Kampf um die Nachfolge von Barack Obama beginnen. Und die Umfragen versprechen für beide Parteien Hochspannung:

Seit Wochen liefern sich die beiden "Rechtsaußen-Republikaner" Donald Trump und Ted Cruz in Iowa ein Kopf-an-Kopf Rennen. Auf Seiten der Demokraten hatte Hillary Clinton lange Zeit einen komfortablen Vorsprung vor ihren innerparteilichen Rivalen, ehe der linke Senator Bernie Sanders in den letzten Wochen immer weiter aufholen konnte.

Während die Kandidaten des Establishment auf der Stelle treten oder weit hinter ihren eigenen Erwartungen zurückbleiben, liegen mit Trump und Sanders zwei anfangs viel belächelte Kandidaten entgegen aller Prognosen noch immer hervorragend im Rennen.

Hier sind 3 Gründe, warum der US-Präsidentschaftswahlkampf in diesem Jahr besonders verrückt werden dürfte:

1. Donald Trump ist nicht zu stoppen

Nach jedem weiteren populistischen oder rassistischen Ausfall von Donald Trump verkündeten Amerikas Polit-Analysten gebetsmühlenartig, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen sei, in dem sich der Multi-Milliardär selbst ins Aus manövriert hätte. Doch weit gefehlt: Die anstößigen Bemerkungen über Einwanderer, Muslime oder Frauen scheinen dem 69-Jährigen nur zu noch mehr Popularität verholfen haben. Die landesweiten Umfragen führt Trump weiterhin mit großem Vorsprung an.

Der amerikanische Umfrageexperte Matthew MacWilliams hat in einem Beitrag für das Politikmagazin "Politico" zwei Indikatoren für den anhaltenden Erfolgs des Immobilienunternehmers ausgemacht: Die in den USA weit verbreitete Neigung zum Autoritarismus und die Angst vor Terroranschlägen.

"Die Unterstützung für Trump ist tief verwurzelt im amerikanischen Autoritarismus. Und wenn dieser einmal aufgeweckt ist, dann ist er eine Kraft, mit der man rechnen muss", schreibt MacWilliams. Die Kampagne von Trump vergleicht er mit dem Aufstieg des rechtsextremen Front National in Frankreich.

2. Trump und Cruz führen einen Krieg am rechten Rand

Als wäre der Wahlkampf auf Seiten der Republikaner nicht schon skurril genug, bekamen sich bei der jüngsten TV-Debatte in der vergangenen Woche auch noch Donald Trump und Ted Cruz mächtig in die Haare: Trump warf dem Senator aus Texas vor, er könne gar nicht Präsident werden, weil er nicht in den USA, sondern in Kanada geboren sei. Cruz schlug zurück und erklärte, New Yorker (wie Trump) würden nur selten konservative Werte vertreten.

Während Cruz sich in den vergangenen Monatne die Unterstützung einiger einflussreicher Konservativer sichern konnte, sorgte Trump nun für einen Paukenschlag: Die "Tea Party"-Ikone Sarah Palin schlug sich auf seine Seite. Cruz' Antwort folgte prompt: Er sicherte sich die Unterstützung des einflussreichen, weit rechts stehenden Talkshowmoderators Glenn Beck.

3. Hillary Clinton kommt immer mehr in Bedrängnis

Monatelang saß die frühere Außenministerin Hillary Clinton bei den Demokraten fest im Sattel. Ihre Nominierung schien nur noch Formsache. Doch nach der TV-Debatte am vergangenen Sonntag, in der sich Clinton und ihr schärfster Rivale, Bernie Sanders, einen hitzigen Schlagabtausch lieferten, ist Sanders ein ernstzunehmender Rivale für Clinton.

Einer Umfrage des Fernsehsenders "CNN" zufolge liegt Sanders in New Hampshire (dort finden am 9. Februar die zweiten Vorwahlen statt) 27 Prozentpunkte vor Clinton. In Iowa liegt Clinton zwar noch vorne, doch auch hier hat sie deutlich an Vorsprung eingebüßt.

Um den Erfolg von Bernie Sanders - der als Parteiloser den Bundesstaat Vermont im Senat vertritt - zu erklären, kommen Experten zu einem ähnlichen Ergebnis wie bei Trump: Auch auf Seiten der Demokraten ist die Ablehnung und das Misstrauen gegen die alten Eliten in Washington groß. Und der Rebell Sanders, der sich selbst als Sozialist bezeichnet, gegen die Wall Street wettert und vor allem die Bekämpfung der Sozialen Ungleichheit im Land zu seinem Haupt-Wahlkampfthema erklärt hat, kommt da für viele Wähler gerade recht.

Larry Kudlow, Ökonom und Fernsehmoderator des US-Wirtschaftssenders CNBC, rechnet im November mit einem Duell zwischen Trump und Sanders. Er prognostiziert folgenden Ausgang:

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