POLITIK
21/01/2016 06:58 CET | Aktualisiert 21/01/2016 07:04 CET

Studie zu Pegida: Viele Teilnehmer hören den Rednern gar nicht zu

Pegida ist jetzt ein Fall für die Wissenschaft
Johannes Simon via Getty Images
Pegida ist jetzt ein Fall für die Wissenschaft

Pegida steht für Vorurteile gegen Muslime und Asylbewerber sowie immer schärfere Hass- und Hetzreden gegen die politischen Eliten unseres Landes. Die Bewegung der besorgten Bürger, die ihren Ursprung in Dresden hat, ist auch für Politikwissenschaftler zunehmend ein Phänomen.

Jetzt liegt die erste wissenschaftliche Analyse über Pegida vor. Wie die "Welt" berichtet, kommen die Autoren der Studie zu einer überraschenden Erkenntnis: Viele Teilnehmer würden den Reden von Lutz Bachmann, Tatjana Festerling & Co überhaupt nicht zuhören.

Die Bewegung sei ein "Ausdruck allgemeiner Unzufriedenheit mit der Politik und im Speziellen mit der Flüchtlingspolitik", sagte der Dresdner Professor Hans Vorländer, einer der Autoren von "Pegida – Entwicklung, Zusammensetzung und Deutung einer Empörungsbewegung".

"Pegida ist ein gemeinschaftliches Ritual

Für seine Studie hatte sich Vorländer zusammen mit zwei Dresdner Politikwissenschaftlern über längere Zeit mit Pegida beschäftigt, Teilnehmer befragt und bereits bestehende Studien ausgewertet.

Viele Teilnehmer würden die allmontäglichen Kundgebungen in Dresden als ein "gemeinschaftliches Ritual" ansehen. Die Redebeiträge seien nur zweitrangig, viele besorgte Bürger würden sowieso nicht zuhören. "Viele Menschen gehen nur zu Pegida, um zwei Stunden an die frische Luft zu kommen", sagte Vorländer.

Ein Ende der Bewegung sei so schnell nicht zu erwarten. "Es kann sich nur irgendwie selbst erschöpfen, es muss sich totlaufen", sagte Vorländer. Der Dresdner Professor glaubt allerdings nicht, dass sich Pegida - wie von Bachmann angekündigt - zu einer Partei entwickeln könnte. Der rechte Rand sei politisch bereits besetzt: "Da gibt es für Pegida keinen Platz."

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