WIRTSCHAFT
19/01/2016 01:44 CET

Chinas Wachstum fällt auf den tiefsten Stand seit 25 Jahren

Die Skyline von Shanghai
AP
Die Skyline von Shanghai

Der Motor der Weltwirtschaft stottert. Chinas Wirtschaft ist im vergangenen Jahr mit 6,9 Prozent so langsam wie seit 25 Jahren nicht mehr gewachsen. Das Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft fiel im vierten Quartal sogar auf nur 6,8 Prozent im Vorjahresvergleich, wie das Statistikamt am Dienstag in Peking berichtete. Das war der niedrigste Zuwachs in einem Quartal seit Ausbruch der globalen Finanzkrise 2008. Die Konjunkturschwäche trifft auch deutsche Exporteure, die erstmals seit 18 Jahren weniger ins Reich der Mitte ausführen.

Die Regierung gibt sich trotzdem zufrieden. Chinas Wachstum lag mit 6,9 Prozent wie erwartet im unteren Bereich ihrer Vorgabe von "rund 7 Prozent". Erstmals trug aber der Dienstleistungssektor mit 50,5 Prozent (Vorjahr: 48,1) zu mehr als der Hälfte der Wirtschaftsleistung bei, was das Statistikamt als Erfolg der Umstrukturierung wertete. Das Wachstum der Industrieproduktion fiel von 8,3 auf 6,1 Prozent im Vorjahresvergleich. Im Dezember lag der Zuwachs nur bei 5,9 Prozent.

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Ein weiterer Rückgang der Wirtschaftskraft wird erwartet. Gründe sind die wachsenden Schuldenlast, eine Immobilienblase und Überkapazitäten. Export und Infrastrukturinvestitionen tragen weniger als bisher zum Wachstum bei. Die Weltbank rechnet 2016 nur mit 6,7 Prozent Wachstum in China. Mit dem neuen Fünf-Jahres-Plan, der im März vom Volkskongress gebilligt wird, strebt Chinas Führung durchschnittlich 6,5 Prozent in den nächsten fünf Jahren an.

Im Vorjahr war die Wirtschaft offiziell noch um 7,3 Prozent gewachsen. Doch ziehen viele Experten die amtlichen Zahlen ohnehin in Zweifel und gehen - gemessen an Frachtvolumen oder Energieverbrauch - von einem tatsächlichen Wachstum von lediglich 4 bis 6 Prozent aus.

Das sind schlechte Nachrichten für die Weltwirtschaft. Die schlechteren Konjunkturaussichten für China, das bisher rund ein Drittel zum globalen Wachstum beitrug, haben in den vergangenen Wochen zu heftigen Turbulenzen an den internationalen Aktienmärkten geführt. Auch die anhaltenden Kursrutsche an Chinas Börsen seit dem Ende des Aktienbooms im vergangenen Jahr sorgten für Unruhe.

Mit Material der DPA

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