POLITIK
18/01/2016 23:01 CET | Aktualisiert 19/01/2016 02:32 CET

Muslimische Security verprügelt Christen im Asylheim

Ein Wachmann der Flüchtlingsunterkunft Oststadtkrankenhaus in Hannover im August 2015
DPA
Ein Wachmann der Flüchtlingsunterkunft Oststadtkrankenhaus in Hannover im August 2015

Es ist ein unglaublicher Vorwurf. Zwei christliche Flüchtlinge aus dem Iran behaupten, sie seien in einem Asylbewerberheim in Oberursel von Muslimen wegen ihres Glaubens krankenhausreif geprügelt worden. Allerdings handelte es sich bei den mutmaßlichen Tätern nicht um Heimbewohner - sondern um das Wachpersonal des Heims. Das berichtet die "Welt".

Ein Iraner sagte, er sei fast täglich Schikanen ausgesetzt. Regelmäßig würden er und 13 weitere Christen in dem Asylheim von muslimischen Flüchtlingen beschimpft. Vor allem, wenn sie mit ihren Bibeln zum Gottesdienst gingen. "Von manchen Mitbewohnern erwarten wir auch nichts anderes, aber dass auch Wachleute unseren Glauben verachten, hätten wir nie gedacht", sagte er.

Vier muslimische Wachmänner verprügelten den Mann. "Sie warfen mir vor, ich hätte den Islam beleidigt, prügelten mich nieder und traten mir ins Gesicht", sagte der Mann der Zeitung. Wie die "Welt" berichtet, wurde der 31 Jahre alte Iraner im November so heftig geprügelt, dass er in die Notaufnahme gebracht werden musste.

Alle Täter waren Muslime. Bei einem habe es sich um einen türkischstämmigen Mann gehandelt. Wie er der “Welt” schilderte, zeigte der Iraner an besagtem Abend beim Betreten des Heims seine Flüchtlingskarte, auf der auch seine Nationalität angegeben sei. Der Wachmann habe gesagt: "Aaahhh, islamische Republik Iran". Er, der laut der Zeitung vor den Islamisten im Iran geflüchtet war, habe entgegnet: "Nein, nur Iran".

Ein anderer Securitymann habe ihn daraufhin gepackt. Zu viert hätten sie auf ihn eingeprügelt und ihm ins Gesicht getreten. Als ein zweiter Iraner ihm zu Hilfe eilen wollte, hätten sie auch ihn niedergeschlagen.

Der Vorfall wurde offiziell bestätigt. Allerdings wollte sich der Hochtaunuskreis als Träger des Heims gegenüber der “Welt” nicht zum Hintergrund der Tat äußern. "Ein etwaiger religiös motivierter Hintergrund dieser Auseinandersetzung ist uns nicht bekannt", teilte der Kreis auf Anfrage der Zeitung mit. Die vier Wachmänner arbeiten inzwischen offenbar nicht mehr in dem Flüchtlingsheim. “Sie sind aus dem Heim genommen worden und nun an anderer Stelle eingesetzt", sagte der Geschäftsführer der Security-Firma der Zeitung.

Laut dem "Welt"-Bericht ist der Angriff in Oberursel kein Einzelfall. Auch in Nordrhein-Westfalen und Berlin hätten Flüchtlinge und Betreuer von ähnlichen Vorfällen und christenfeindlichen Wachleuten berichtet. Oft geschehen diese Übergriffe offenbar, wenn Christen in der Bibel lesen oder mit der Bibel unterm Arm zum Gottesdienst gehen. Wenn die Security-Männer nicht selbst zu Angreifern würden, schauten sie zumindest sehr oft weg, wenn muslimische Flüchtlinge ihre christlichen Mitbewohner angriffen, schreibt die "Welt".

Schon seit Monaten gibt es Berichte über gewalttätiges Wachpersonal. Im September 2015 tauchten Bilder auf, die zeigten, wie deutsche Wachmänner ihre Füße auf den Kopf eines am Boden gefesselten Flüchtlings stellen. Der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, sagte erst vergangene Woche gegenüber der "Huffington Post": "Die in den deutschen Flüchtlingsheimen eingesetzten Sicherheitsdienste sind ein Einfallstor für Kriminelle, Salafisten und Rechtsradikale."

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