POLITIK
18/01/2016 02:08 CET | Aktualisiert 18/01/2016 02:57 CET

Tschechischer Präsident: "Integration von Muslimen ist nicht möglich"

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Der tschechische Präsident Milos Zeman

Der tschechische Präsident macht Stimmung gegen Muslime. In einem Interview unterstellte er Menschen dieser Religion pauschal, dass sie sich nicht an andere Kulturen anpassen könnten. "Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass die Integration von Muslimen nicht möglich ist, sagte der 71-Jährige am Sonntag der Onlineausgabe der Zeitung "Blesk".

Muslime sollten mit ihrer Kultur in ihren Ländern bleiben. Und sie sollten sie nicht nach Europa bringen, forderte das Staatsoberhaupt. Mit Blick auf die Silvesterübergriffe in Köln und anderen deutschen Städten sagte Zeman: "Jeder Vater hat Angst um sein Kind."

Zeman hatte sich schon mehrmals negativ über Flüchtlinge geäußert. In seiner Weihnachtsansprache nannte er die Willkommenskultur Europas naiv: "Manchmal komme ich mir vor wie Kassandra, die davor warnt, das Trojanische Pferd in die Stadt zu holen. Aber ich bin zutiefst überzeugt, dass das, womit wir es hier zu tun haben, keine spontane Fluchtbewegung ist, sondern eine organisierte Invasion."

Er wiederholte diesen Vorwurf Anfang des Monats: "Ich bin der Ansicht, dass die Muslimbruderschaft diese Invasion organisiert, freilich mit finanzieller Unterstützung einer Reihe von Staaten. (...) Auf der einen Seite steht die Willkommenskultur, auf der anderen das Bemühen der Muslimbruderschaft, ihre Ziele zu verwirklichen." Er warnte auch vor Dschihadisten unter den Flüchtlingen. Zeman warf ihnen zudem vor, anstelle der tschechischen Gesetze das islamische Recht der Scharia zum Maßstab machen zu wollen.

Aus seiner Regierung kamen gestern Vorschläge zu einer Zusammenarbeit bei Abschiebungen. Der tschechische Ministerpräsident Bohuslav Sobotka schlug vor, dass EU-Staaten bei der Abschiebung von Wirtschaftsmigranten zusammenarbeiten könnten. Es wäre effektiver und günstiger, gemeinsam Flugzeuge zu chartern, argumentierte der Sozialdemokrat.

Er rief zudem die Türkei auf, entschiedener gegen Schleusernetze vorzugehen. "Die Türkei kann schließlich die Armee und die Polizei einsetzen, um die Schleuserbanden zu zerschlagen und zu verhindern, dass die Flüchtlinge nach Griechenland übersetzen", sagte der 44-Jährige im Fernsehsender "Prima".

Mit Material der DPA

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