LIFESTYLE
18/01/2016 09:44 CET | Aktualisiert 18/01/2016 11:58 CET

Er stirbt im Heim. Dann finden seine Schwestern etwas, das ihr Leben verändert

dpa
Eine rührende Geschichte eines Patienten.

Diejenigen von uns, deren Großeltern nicht mehr ganz so fit sind, kennen es vielleicht: Sie sind langsam, sie sind unzufrieden, vergesslich und unbeholfen. Und doch sind sie es, die uns die wichtigen Dinge fürs Leben beibrachten.

Besonders Krankenschwestern werden täglich mit hilfsbedürftigen Menschen konfrontiert. Dabei fällt es ihnen leider viel zu oft zu schwer, hinter die griesgrämige Fassade des leidenden Menschen zu blicken. Jetzt wurde nach dem Tod eines alten Mannes, der als Griesgram von den Schwestern abgestempelt wurde, eine Hinterlassenschaft gefunden, die derzeit im Internet kursiert und uns allen die Augen öffnet:

Was seht ihr, Krankenschwestern? Was seht ihr?

Was denkt ihr... wenn ihr mich anschaut?

Ein mürrischer alter Mann... nicht besonders weise,

Mit unsicheren Gewohnheiten, und einem fernen Blick.

Der sein Essen heraussabbert... und keine Antworten gibt.

Wenn ihr mit lauter Stimme sagt: „Ich wünschte mir wirklich, Sie würden es versuchen.“

Der anscheinend nicht bemerkt... was ihr tut.

Und ständig etwas sucht... Eine Socke oder einen Schuh?

Der sich widerstrebend oder nicht... euch machen lässt was ihr wollt,

Lässt euch mich baden und füttern... Um den langen Tag zu füllen?

Ist es das, was ihr denkt? Ist es das was ihr seht?

Dann öffne deine Augen, Krankenschwester, du siehst mich nicht.

Ich werde euch sagen wer ich bin,... wie ich hier so ruhig sitze,

und ich tu', wie ihr es mir sagt... und esse, wenn ihr mich darum bittet:

Ich bin ein kleines 10-Jähriges Kind,... mit einem Vater und einer Mutter,

Brüdern und Schwestern,... die sich lieben.

Ein junger Mann mit 16, mit Flügeln an den Füßen

davon träumend,... dass er nun eine Geliebte zu trifft.

Bald darauf ein Bräutigam mit 20, mein Herz macht einen Satz.

An die Schwüre erinnernd, die ich versprach zu halten.

Mit 25 habe ich jetzt selber Kinder,

Die mich führen müssen;... und ein sicheres Zuhause.

Ein Mann mit 30,... meine Kinder sind schnell gewachsen,

Verbunden mit ihnen,.. wie durch ein unsichtbares Band.

Mit 40,... meine jungen Söhne sind gewachsen und gegangen,

Doch meine Frau ist an meiner Seite,... um zu sehen, dass ich nicht trauere.

Mit 50,.. wieder spielen Babys um meine Knie,

Wieder lernen wir Kinder kennen, meine geliebte Frau und ich.

Dunkle Tage über mir, meine Frau ist nun gestorben.

Ich schau in die Zukunft,... ich erschaudere vor Angst.

Meine Jüngsten ziehen eigene Kinder groß.

Und ich denke an die Jahre und die Liebe,... die ich erleben durfte.

Ich bin jetzt ein alter Mann... und die Natur ist grausam.

Ich scherze über mein Alter,.. und sehe dabei aus wie ein Trottel.

Der Körper, er zerfällt,... Anmut und Kraft sie verfallen.

Da ist nun ein Stein,... wo ich einst ein Herz hatte.

Doch in diesem alten Gerippe verweilt noch ein junger Mann.

Hin und wieder... schwillt mein abgenutztes Herz an.

Ich erinnere mich an die Freuden, ich erinnere mich an den Schmerz.

Und ich lebe und liebe,... immer wieder.

Ich denke an die Jahre, viel zu wenige,... zu schnell vergangen.

Ich akzeptiere den schlichten Fakt,... dass nichts für Ewig sein kann.

Also öffnet eure Augen, Menschen,... öffnet sie und seht.

Kein alter griesgrämiger Mann.

Seht näher hin,... seht... MICH!

Dieser Brief sollte nicht nur Krankenschwestern, sondern uns alle aufrütteln. Die Botschaft: Seht auch die Geschichte dahinter, fragt euch, warum ein alter Mensch mürrisch ist. Ihr werdet verwundert sein.

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