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18/01/2016 17:47 CET | Aktualisiert 18/01/2016 18:35 CET

Schockierender Bericht - "Es war ekelhaft": Wie Schleuser Flüchtlingsfrauen zum Sex zwingen

DIMITAR DILKOFF via Getty Images
A woman uses a blanket to keep warm as she walks with other migrants and refugees through a snow-covered field after crossing the Macedonian-Serbian border near the village of Miratovac on January 18, 2016. More than one million migrants reached Europe in 2015, most of them refugees fleeing war and violence in Afghanistan, Iraq and Syria, according to the United Nations refugee agency. / AFP / DIMITAR DILKOFF (Photo credit should read DIMITAR DILKOFF/AFP/Getty Images)

Mädchen und Frauen erleben auf der Flucht nach Europa oft sexuelle Gewalt, berichtet Amnesty International. 40 Frauen hat die Menschenrechtsorganisation zu ihren Erfahrungen auf der beschwerlichen Reise befragt. Ihre Erfahrungen sind erschreckend.

Sicher fühlte sich niemand, viele berichten von Gewalterfahrungen und Belästigung. Vor allem Frauen, die alleine oder nur mit ihren Kindern reisen, sind betroffen.

Sie nennen Länder, in denen sie am häufigsten bedroht wurden: Ungarn, Kroatien und Griechenland. Die Täter seien Schleuser, Polizisten, das Sicherheitspersonal und andere Flüchtlinge. Die Gefahr begleitet sie also vom Beginn der Flucht bis in die Unterkünfte in Europa.

In Bericht heißt es: "Diese Frauen riskieren alles, um Sicherheit für sich und ihre Kinder zu finden. Doch am dem Moment, wo sie ihre Reise beginnen, sind sie erneut Gewalt und Ausbeutung ausgesetzt", urteilt Tirana Hassan von Amnesty International.

Schleuser würden Frauen oft anbieten, dass sie kürzer warten oder weniger zahlen müssen, wenn sie Sex mit ihnen haben würden. Hala, eine 23-Jährige aus Aleppo, sagte Amnesty International: "Ein syrischer Schmuggler sagte in einem Hotel in der Türkei: Wenn ich mit ihm schlafe, muss ich nichts oder wenig zahlen. Natürlich habe ich nein gesagt, es war ekelhaft. Das Gleiche ist uns in Jordanien passiert."

Von Polizeigewalt berichten Frauen vor allem aus Griechenland und Ungarn. Polizisten würden zuschlagen, wenn sich Paniken ausbreiten oder auch, wenn Flüchtlinge in ein anderes Lager verlegt werden und widersprechen - angeblich selbst, wenn sie nur Bitten äußerten.

Selbst in den Unterkünften im Zielland können die Frauen und Mädchen sich nicht überall sicher fühlen. Das Problem dort ist oft, dass Geschlechter nicht getrennt werden - auch in Deutschland. Übergriffe finden in den Betten der Camps statt, wo Frauen und Mädchen neben fremden Männern liegen, oder auf den Toiletten. Eine der Befragten gab an, dass auch in deutschen Unterkünften Männer die Frauen auf der Toilette begaffen würden.

Die Reaktionen: Manche würden sogar lieber draußen schlafen, andere würden kaum noch essen und trinken, um seltener auf Toilette gehen zu müssen.

Sie werden aber nicht nur beobachtet. Angeblich werden auch klare sexuelle Avancen gemacht. So berichtet eine 22-jährige Irakerin, dass ein deutscher Wachmann ihr Kleider gegen "Zeit allein mit ihm" geboten habe.

Anmesty International plädiert als Lösungsansatz für eine striktere Geschlechtertrennung und alternative Einreisewege.

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