POLITIK
18/01/2016 02:27 CET | Aktualisiert 18/01/2016 02:38 CET

Schande für die Welt: Diese Grafik zeigt, was wirklich schief läuft

dpa
Der Ex-Co-Vorsitzende des Vorstands der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen

Die Ungleichheit auf der Welt nimmt zu. Die 62 reichsten Menschen haben nach Berechnungen der Hilfsorganisation "Oxfam" so viel Besitz angehäuft, dass sie über genauso viel Vermögen verfügen wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Und das sind 3,6 Milliarden Menschen.

Diese Unausgeglichenheit nehme immer dramatischere Formen an, warnt die britische NGO kurz vor Eröffnung des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos in einem Bericht. Schuld daran seien nicht zuletzt die Steueroasen für Reiche und Superreiche.

Wie sich das Vermögen der Superreichen im Gegensatz zu den Superarmen entwickelt hat, zeigt diese Grafik (Quelle: Oxfam):

arm

(Grün ist die Entwicklung des Vermögens der ärmsten Hälfte der Weltbevölkerung dargestellt. Die lila Kurve zeigt das Vermögen der reichsten 62 Menschen auf der Welt.)

"Wir leben in einer Welt, deren Regeln für die Superreichen gemacht sind", meint der Oxfam-Mitarbeiter Tobias Hauschild. "Nötig ist dagegen ein Wirtschafts- und Finanzsystem, von dem alle profitieren. Konzerne dürfen sich nicht länger aus ihrer Verantwortung stehlen. Sie müssen ihre Gewinne dort versteuern, wo sie sie erwirtschaften."

"Die Politik muss die Steueroasen trockenlegen"

Die Kluft zwischen Arm und Reich werde immer tiefer, warnte Oxfam am Montag. So sei das Vermögen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung in den vergangenen fünf Jahren um rund eine Billion US-Dollar geschrumpft. Das sei ein Rückgang um 41 Prozent - obwohl die Bevölkerung in dieser Zeit erheblich zugenommen habe.

Doch das Vermögen der reichsten 62 Menschen sei in diesem Zeitraum um mehr als eine halbe Billion US-Dollar gewachsen. Lediglich neun der reichsten Menschen seien Frauen, fügte Oxfam hinzu.

Als Gegenmaßnahme fordert Oxfam: Bekämpfung der Steuerflucht, höhere Investitionen in den öffentlichen Sektor sowie Anstrengungen, die Einkommen von Niedrigst-Verdienern zu erhöhen.

Vier Millionen Kinder könnten gerettet werden

Die Investitionen von Unternehmen in Steuerparadiesen hätten sich zwischen 2000 und 2014 vervierfacht. Neun von zehn der weltweit führenden Großunternehmen hätten Präsenzen in mindestens einer Steueroase.

Alleine mit den Einnahmen, die afrikanische Staaten dadurch verlören, ließe sich die Gesundheitsversorgung für Mütter und Kinder auf dem Kontinent sicherstellen. Das würde pro Jahr rund vier Millionen Kindern das Leben retten, meint Oxfam.

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