POLITIK
17/01/2016 04:14 CET | Aktualisiert 17/01/2016 05:22 CET

Besorgniserregende Ausbreitung: So gut ist Pegida in Europa wirklich vernetzt

dpa
Pegida soll laut eines Berichts der "Welt am Sonntag" europaweit gut vernetzt sein

Die islamfeindliche Bewegung Pegida ist scheinbar nicht nur deutschlandweit, sondern sogar europaweit gut vernetzt. Das geht aus einem Bericht der "Welt am Sonntag" hervor. Demnach pflegt die Organisation Verbindungen zu diversen nationalistischen und islamkritischen Parteien und hat sogar Ableger im europäischen Ausland gegründet.

Laut des Berichts pflegt Pegida unter anderem gute Beziehungen zur französischen Front National und den britischen Europagegnern Ukip. Auch mit der belgischen rechtspopulistischen Partei Vlaams Belang, der italienischen Lega Nord und mit diversen nationalistischen Parteien Osteuropas soll Pegida in Verbindung stehen. Die Kontakte seien über den deutschen Verleger Götz Kubitschek entstanden.

Direkte Pegida-Ableger soll es bereits in rund einem Dutzend europäischer Ländern geben. Die "Welt am Sonntag" berichtet, dass sich die Organisation bereits in Österreich, Tschechien, Polen, Ungarn, Schweden, Norwegen, Finnland, Estland, Dänemark, Spanien, der Schweiz und Großbritannien durchsetzen konnte.

Am 6. Februar sollen europaweit Pegida-Großkundgebungen stattfinden. Tatjana Festerling aus dem Pegida-Organisationsteam sprach gegenüber "Welt am Sonntag" von einer "europaweiten Pegida-Rally". Die zentrale Veranstaltung sei in Dresden geplant, weitere Demonstrationen seien unter vielen anderen Städten in Warschau, Tallin, Prag, Bratislava, Amsterdam oder auch Birmingham vorgesehen. Laut Festerling sind dafür Live-Schaltungen zu den verschiedenen Schauplätzen geplant.

Die Demonstrationen sollen "eine Demonstration der Stärke gegen eine zunehmend an Vertrauen verlierende Politik werden", sagte Festerling gegenüber der Zeitung. Dafür werde vor allem Bundeskanzlerin Angela Merkel verantwortlich gemacht. Pegida sei sehr an "guten nachbarschaftlichen Verhältnissen" gelegen, sagte Festerling weiterhin. Ende Februar wird sie Pegida beim Akademikerball der österreichischen FPÖ vertreten.

Am 23. Januar treffen sich die Organisatoren in Prag. Laut Informationen von "Welt am Sonntag" sollen unter anderem Marek Cernoch von der tschechischen Rechtspopulisten Úsvit (Morgenröte) und Vertreter des dortigen "Blocks gegen den Islam", sowie der Gründer der rechten Partei EDL (Englische Verteidigungsliga), Tommy Robinson, der übrigens auch Gründer des britischen Pegida-Ablegers sein soll, teilnehmen. Anschließend sei eine Pressekonferenz im tschechischen Parlament geplant. "In Prag sind wir quasi Volkshelden", sagte Festerling zur Wahl des Standorts. Dort hätten sie von Anfang an viele Fans gehabt.

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