POLITIK
16/01/2016 02:00 CET | Aktualisiert 16/01/2016 02:07 CET

Terror-Alarm in Burkina Faso: Mehrere Tote nach Anschlag auf Hotel

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In einem Luxushotel in Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou sind nach einem mutmaßlichen Terrorangriff mehrere Menschen ums Leben gekommen

Dramatische Nacht in Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou: Schwer bewaffnete Attentäter haben dort ein bei Ausländern beliebtes Hotel angegriffen und mehrere Geiseln genommen. Ein Krankenhausmitarbeiter sagte der Deutschen Presse-Agentur in der Nacht zum Samstag, es seien rund 20 Menschen bei der Attacke getötet worden, die auch ein Restaurant traf.

Die Nachrichtenagentur AP meldet am Samstagmorgen derweil, dass es mindestens zehn Tote bei dem Angriff gegeben habe. Die Leichen seien am Samstagmorgen in dem Restaurant neben dem Luxushotel gefunden worden, meldet AP und zitiert dabei den Minister für innere Angelegenheiten, Simon Compaoré.

Mehrere Stunden nach dem Beginn der Attacke hielten die Extremisten das Hotel am Samstagmorgen noch immer unter ihrer Kontrolle. Wie viele Geiseln weiterhin in ihrer Gewalt sind und wie viele Tote es gegeben hat, ist unklar.

Wie lief der Angriff ab?

  • Die vermummten Attentäter hatten ihren Angriff im Geschäftszentrum Ouagadougous am Freitagabend gegen 19.30 Uhr Ortszeit begonnen.

  • Medienberichten zufolge eröffneten sie zunächst das Feuer auf das Restaurant und griffen dann das nahegelegene Hotel an, das zu den größten der Stadt gehört.

  • Es kam zu mehreren Explosionen und Schusswechseln mit Sicherheitskräften, die die Umgebung abriegelten und eine Ausgangssperre verhängten.

Die französische Botschaft in dem westafrikanischen Land sprach auf ihrer Website früh von einem "Terrorangriff". Laut der US-Organisation Site, die Dschihadisten-Propaganda analysiert, bekannte sich die Terrorgruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQIM) zu der Attacke. Die islamistischen Angreifer hätten sich nach eigenen Angaben verschanzt und würden gegen "Feinde der Religion" kämpfen, hieß es.

Der Angriff erinnert an eine ähnliche Attacke vor knapp zwei Monaten in Burkina Fasos Nachbarland Mali. Dort hatten sunnitische Fundamentalisten viele Menschen in einem bei Ausländern beliebten Hotel in der Hauptstadt Bamako als Geiseln genommen. Rund 20 Menschen wurden getötet. Auch für diese Tat wurden mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbundene Islamistengruppen verantwortlich gemacht.

In Burkina Faso hatten Ende November erstmals nach mehr als 50 Jahren freien Wahlen stattgefunden - aus denen der siegreiche Oppositionspolitiker und frühere Regierungschef Marc Christian Kaboré als neuer Präsident hervorging. Das Land ist der größte Baumwollproduzent Afrikas und hat auch reiche Goldvorkommen. Dennoch gilt der Binnenstaat, der unter anderem an Mali, Ghana und die Elfenbeinküste grenzt, als eines der ärmsten Länder der Welt.

Mit Material von AP und dpa

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