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16/01/2016 09:39 CET | Aktualisiert 18/04/2017 13:35 CEST

Moringa oleifera: Das Superfood aus Indien

Westend61 via Getty Images
Aus Moringa Pulver kann man sehr leckere und gesunde Smoothies machen.

Wunderbaum oder Baum des Lebens wird der Moringabaum (Moringa olifeira) von seinen vielen Liebhabern genannt. In Deutschland ist er dagegen eher unpoetisch als Meerrettichbaum bekannt. Dabei gilt Moringa als nährstoffreichstes Produkt überhaupt und macht es deswegen zu einem echten Superfood.

Das aus dem Moringabaum gewonnene Pulver wird in der ayurvedischen Medizin geschätzt und findet auch im Westen immer mehr Liebhaber. Die ursprüngliche Heimat des Baumes sind die trockenen Lehmböden Nordindiens, doch mittlerweile reicht sein Verbreitungsgebiet von Mittelamerika über Afrika bis nach China und Südostasien.

Ayurveda und Meerrettichersatz

Während alle Teile des Moringabaums seit jeher in der indischen Ayurveda-Medizin als Mittel gegen über 300 Krankheiten verwendet werden, tat sich der Westen lange schwer mit der Pflanze. Die englischen Kolonialbeamten in Indien verspeisten die scharf schmeckenden Wurzeln des Baumes allerhöchstens als Meerrettich-Ersatz.

Mittlerweile haben sich jedoch auch westliche Wissenschaftler mit Moringa beschäftigt, um die Geheimnisse des Wunderbaums zu ergründen. Tatsächlich beeindruckt die lange Liste der positiven Eigenschaften:

  • So können die Moringa-Samen kontaminiertes Wasser reinigen und zur Trinkwasseraufbereitung in Entwicklungsländern genutzt werden. Eine Methode, die im Sudan entlang des Nilufers schon lange erfolgreich praktiziert wird.
  • Das im Moringa enthaltene Wachstumshormon Zeatin lässt den Moringabaum jährlich um acht Meter wachsen. Beim Menschen hat sich Zeatin als Anti-Aging-Mittel bewährt: Es beschleunigt die Regeneration der Hautzellen und verlangsamt so den Alterungsprozess.

Moringa als Superfood

Veganer schätzen Moringa-Pulver aufgrund des enorm hohen Gehaltes an Eisen und Eiweiß, das bei veganer Ernährung oft fehlt. So besteht das Pulver zu 30 Prozent aus Eiweiß und liefert dem Körper wichtige Aminosäuren. Diese stärken Muskeln und Bindegewebe, kurbeln die Produktion von Hormonen und Enzymen an und stärken das Immunsystem.

In Sachen Nährstoffgehalt macht dem Moringabaum niemand etwas vor: Das Moringa-Pulver enthält mehr Vitamin B2 als jede andere Pflanze und liegt beim Vitamin E auf dem zweiten Platz.

Eine Übersicht des Nährstoffgehaltes auf 10 Gramm Moringa (der empfohlenen Tagesdosis):

  • Vitamin A: 360 µg (25 bis 30 Prozent des Tagesbedarfs)
  • Vitamin B1: 0,25 mg (17 Prozent )
  • Vitamin B2: 2 mg (130 Prozent )
  • Vitamin C: 1,7 mg (1,4 Prozent )
  • Vitamin E: bis zu 85 mg (70 Prozent )
  • Eisen: 2, 8 mg (20 bis 30 Prozent )
  • Calcium: 200 mg (20 Prozent )
  • Magnesium: 36 mg (9 Prozent )
  • Kalium: 130 mg (6,5 Prozent )

Die Menge an Vitamin E hängt von der Erntezeit der Moringablätter ab: Junge Blätter enthalten weniger Vitamin E als ältere Blätter, die lange reifen durften. Doch auch jüngere Blätter decken den Tagesbedarf eines Erwachsenen noch immer zur Hälfte.

Kein Wunder, dass Experten wie der Tropen-Agrarwissenschaftler Klaus Becker den Moringabaum für das gesündeste pflanzliche Lebensmittel überhaupt halten. Er bezeichnete Moringa als "ein Phänomen unter den Nahrungs- und Heilpflanzen".

Neben dem hohen Nährstoffgehalt bietet Moringa viele gesundheitliche Vorteile. Die sekundären Pflanzenstoffe hemmen entzündliche Erkrankungen wie Arthritis, bremsen Viren und Pilze aus und senken einen erhöhten Cholesterinspiegel.

Die Senkung des Cholesterinspiegels ist vor allem im Hinblick auf die Volkskrankheit Diabetes relevant, die durch die regelmäßige Einnahme von Moringablättern präventiv gehemmt und auch akut behandelt werden kann.

In der Küche ist das Moringa-Pulver vielseitig verwendbar, zum Beispiel in Smoothies, Soßen oder Salaten. Die Blätter werden zum aromatischen Tee aufgebrüht.

Das Reportage-Team der Wissenschaftssendung "Galileo" hat in einem Video die ganzen Wunderstoffe und Wirkungen der Moringapflanze getestet und zusammengefasst:

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