POLITIK
15/01/2016 06:46 CET | Aktualisiert 15/01/2016 07:00 CET

In Hamburg wollen Türsteher jetzt ein Viertel beschützen - Vorboten der Selbstjustiz?

Die Reeperbahn soll sicherer werden - die Mittel sind fragwürdig
dpa
Die Reeperbahn soll sicherer werden - die Mittel sind fragwürdig

Es ist eine beunruhigende Entwicklung: Nach den Übergriffen in der Silvesternacht in zahlreichen deutschen Städten nehmen die Bürger die Sicherung der Straßen zunehmend selbst in die Hand. In Düsseldorf hatten 35.000 Menschen kürzlich die Initiative einer Bürgerwehr auf Facebook unterstützt.

Auch in Hamburg gibt es derzeit eine ähnliche Entwicklung. Dort kam es auf der Reeperbahn in der Silvesternacht zu Übergriffen. Nun haben sich 40 Gastronomen zu einem Sicherheitsgipfel getroffen. Die Folge, wie die "Bild"-Zeitung berichtet: Ab sofort gibt es eine Art Kiez-Streife am Wochenende. 20 Türsteher sollen beteiligt sein.

Benny Dianat, der Chef des Unternehmens "Security Große Freiheit", will zudem an allen Clubs, für deren Sicherheit er zuständig ist, Kameras und Notrufknöpfe installieren.

In der "Bild" kündigt er an: "Unsere Leute werden nicht nur die Türen schützen, sondern die ganze Straße. Frauen, die Angst haben, allein zur S-Bahn zu gehen, können die Zentrale anrufen und bekommen dann Begleiter gestellt."

Die Sicherheit auf den Straßen in der Hand von Türstehern? Nach den Vorfällen in Köln ist das eine beunruhigende Entwicklung. Denn das Vertrauen in die Polizei wird damit weiter untergraben, wenn kampferprobte Muskelmänner in den Ausgehvierteln patrouillieren.

Den Sprecher der Polizei Hamburg, Jörg Schröder, scheint das nicht zu stören. Er sagte der "Bild": "Wir stehen im direkten Dialog mit den Gastronomen. Wir finden es gut, wenn diese die Augen offen halten und uns Verdächtige melden."

Ob es beim Melden bleibt, ist abzuwarten.

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