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15/01/2016 08:00 CET | Aktualisiert 15/01/2016 14:44 CET

Mit Stuhltransplantation gegen chronischen Durchfall

Tadej Zupancic via Getty Images
Durchfall - das kann auch ein chronisches Problem werden.

Durchfall - jeder hat schon einmal darunter gelitten und war froh, als es wieder vorbei war. Doch auch diese Krankheit kann chronisch werden. Eine Stuhltransplantation verspricht Heilung.

Wir machen uns darüber vermutlich selten Gedanken, aber unser Darm ist ein sehr wichtiges Organ. Die Darmbakterien helfen uns beim Verdauen und unterstützen zudem unser Immun- und Hormonsystem. Sie sind teilweise sogar so stark, dass manche Krankheitserreger ganz unbemerkt in unserem Darm verweilen können. Werden die Darmbakterien dann aber geschwächt, zum Beispiel durch Antibiotika, kommt es zum Durchfall.

Ein Erreger, der das auslösen kann, ist das Bakterium Clostridium difficile.Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts sind rund 15 bis 20 Prozent solcher Durchfallerkrankungen darauf zurückzuführen.

Das Clostridium difficile findet sich meist auf Oberflächen in Krankenhäusern und kann an sich auch mit Antibiotika bekämpft werden. Doch bei 60 Prozent der Fällen hilft das Medikament nicht dauerhaft oder gar nicht.

Die Stuhltransplantation

Hier setzt man auf die Stuhltransplantation. Eine äußerst effektive Therapie, wie "Spiegel Online" schreibt. Das bedeutet: Während einer Darmspiegelung wird der Stuhl des gesunden Spenders in den Darm der Erkrankten eingeführt. Dadurch siedeln sich wieder gesunde Bakterien an, die die schädlichen verdrängen können.

Das Problem bisher: Die Logistik. Vor der Stuhltransplantation gilt es einen gesunden Spender zu finden und seinen Stuhl eingehend zu untersuchen, um ja Erkrankungen auszuschließen.

Tiefgefrorener Stuhl hilft auch

Nun die Lösung: Man kann auch eingefrorenen Stuhl verwenden. Zu diesem Ergebnis kam die University of Michigan Health System. Diese hat eine Studie mit mehr als 200 Patienten mit wiederkehrender chronischer Clostridium-difficile-Infektionen durchgeführt. 13 Wochen nach der Transplantation des eingefrorenen Stuhls waren 85,1 Prozent der Patienten durchfallfrei. Bei frischen Stuhl waren es "nur" 83,5 Prozent.

Der Vorteil: Wenn man eine Stuhl-Spende einfrieren kann, ist man autonomer. Denn Spende, Analyse und Behandlung können so zeitlich und räumlich getrennt voneinander ablaufen. Damit ist es auch jenen Medizinern möglich zu transplantieren, die keine schnellen Laboranalysen vor Ort gewährleisten können.

Eine ähnliche Methode wendet übrigens die Uniklinik Köln seit einigen Jahren an. Hier werden mittels spezieller tiefgefrorener Kapseln die Darmflora in den kranken Patienten übertragen.

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