POLITIK
14/01/2016 10:28 CET | Aktualisiert 14/01/2016 11:55 CET

CSU-Politikerin war selbst Opfer von Überfall: "Das untergräbt das Vertrauen in staatliche Strukturen"

CSU-Politikerin Angelika Niebler ist selbst Opfer eines Gewaltübergriffes geworden.
Sascha Baumann via Getty Images
CSU-Politikerin Angelika Niebler ist selbst Opfer eines Gewaltübergriffes geworden.

Nach den Kölner Übergriffen in der Silvesternacht melden sich immer mehr Opfer zu Wort. So auch CSU-Politikerin und EU-Abgeordnete Angelika Niebler.

In einem Interview mit FOCUS Online erzählt die EU-Parlamentarierin von ihren eigenen Erfahrungen mit Gewaltübergriffen und nimmt Stellung zu den aktuellen Vorkommnissen.

So sei sie 2009 in Brüssel von drei Jugendlichen überfallen worden. Ihre Tasche wurde geklaut und sie auf den Boden geworfen und getreten.

"Ich hatte Prellungen und Schürfwunden am ganzen Körper"

Nachdem Passanten sofort zur Hilfe eilten und Polizei und Notruf riefen, kam der Notarzt erst nach 40 Minuten und die Polizei gar nicht. Seit dem sei ihr Vertrauen in die staatlichen Strukturen untergraben. Sie war von dem Verhalten der Polizei noch mehr als über die eigentliche Tat schockiert.

Um solche Übergriffe auf Frauen zu verhindern, fordert Niebler eine erhöhte Polizeipräsenz und "mehr Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen".

"Wer das Asylrecht missbraucht und Straftaten begeht, muss das Land verlassen."

Auch die Forderungen des Innenministers Thomas de Maizière (CDU) und Justizminister Heiko Maas (SPD) nach verschärften Abschieberegelungen hält sie für richtig. Klare Statements müssen zeigen, was akzeptiert wird und was nicht.

Man dürfe Themen, die Flüchtlinge betreffen nicht verschweigen, allerdings auch "niemanden unter Generalverdacht stellen".

Sie sei beruflich oft auf die arabische Halbinsel gereist und habe sich vor Ort auch den kulturellen Gepflogenheit aus Respekt angepasst. Das erwartet sie nun auch von den Menschen, die in unser Land kommen und Asyl suchen.

Parteikollege Horst Seehofer forderte Anfang Januar eine Obergrenze von 200.000 Flüchtlinge. Die Einführung einer Obergrenze unterstützt auch Niebling.

Aus europäischer Sichtweise sieht auch sie ein Leck an Solidarität unter den Staaten.

So seien aber einige Staaten, vor allem in Osteuropa, noch zu unentschlossen und fordern mehr Zeit.

Die Schließung der Binnengrenzen lehnt die EU-Politikerin allerdings ab. Nichtsdestotrotz fürchte sie, nach weiteren Zwischenfällen, wie die Anschläge von Paris, die von eingereisten Flüchtlingen begangen werden, strengere Grenzkontrollen einführen zu müssen.

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