POLITIK
13/01/2016 07:54 CET | Aktualisiert 14/01/2016 01:49 CET

Massiver Vorwurf: Salafisten sollen Sicherheitsdienste in Flüchtlingsheimen unterwandern

DPA

Es ist ein brisanter Vorwurf, den Experten erheben: In deutschen Flüchtlingsheimen sollen Salafisten als Mitarbeiter von Sicherheitsdiensten auf Mitgliederfang gehen.

Die umstrittene deutsche Sozialwissenschaftlerin Necla Kelek etwa sagte dem Nachrichtensender "Phoenix", unter Zuwanderern gebe es Männer mit der Einstellung, „dass sie über der Frau stehen“. Die Publizistin kritisierte: Diese Männer glaubten, sie hätten das Recht, „wenn die Frau sich nicht anständig ehrbar benimmt“, dass sie diese belästigen dürften.

"Ich war in den Notunterkünften“

"Ich war in den Notunterkünften“, berichtete das ehemalige Mitglied der Deutschen Islamkonferenz. Dort habe sie gesehen, "welche Präsenz diese Männer dort haben“. Auch habe sie "gesehen, dass Sicherheitskräfte dort sind, die salafistisch sind und diese jungen Männer beeinflussen".

Die Behauptung der Soziologin, die für die Huffington Post nicht erreichbar war, lässt sich kaum verifizieren. Rainer Wendt, Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, sagt allerdings im Gespräch mit der Huffington Post ebenfalls: „Die in den deutschen Flüchtlingsheimen eingesetzten Sicherheitsdienste sind ein Einfallstor für Kriminelle, Salafisten und Rechtsradikale.“

Polizeiexperte: "Einfallstor für Salafisten und Rechtsradikale"

Das Problem sei, dass in fast allen Bundesländern auch Sub-Unternehmer zum Einsatz kämen. „Und deren Überprüfung und Kontrolle durch den Staat ist unterirdisch.“

Das Bundesinnenministerium verweist auf Anfrage auf die Zuständigkeit der jeweiligen Bundesländer. Klar ist aber, dass es vielerorts erhebliche Probleme mit den beauftragten Sicherheitsdiensten gibt.

Salafist als "Kulturschaffender" in Asylunterkunft

In Hamburg gab es zuletzt Ärger mit Mitgliedern aus der rechten Rockerszene , die als Securities Asylbewerber beschützen sollten. In Nordrhein-Westfalen und Berlin kam es im vergangenen Jahr zu massiven Misshandlungen von Flüchtlingen durch Sicherheitskräfte. "In Bremen war ein Salafist sogar als Kulturschaffender in einer Flüchtlingsunterkunft aktiv“, sagt Wendt.

Die Polizei ist aufgrund ihres Personalmangels überfordert. "Hier besteht dringender politischer Handlungsbedarf“, so Wendt.

Auch auf HuffPost:

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.