WIRTSCHAFT
12/01/2016 09:29 CET | Aktualisiert 12/01/2016 10:07 CET

Nach Mineralöl-Fund in Produkten: Dr. Oetker legt erschreckendes Geständnis ab

Dr. Oetker muss sich für Mineralölfunde rechtfertigen
PR/ Screenshot Dr.Oetker.de
Dr. Oetker muss sich für Mineralölfunde rechtfertigen

Diese Nachricht beunruhigte Dr.-Oetker-Fans. Ende Dezember hatte das Verbrauchermagazin "Ökotest" in zahlreichen beliebten Produkten des Herstellers nicht nur zu viel Zucker, sondern auch Mineralöl entdeckt:

Den Fund tat das Unternehmen zunächst ab. Das gefundene Mineralöl sei "toxikologisch unbedenklich" hieß es zunächst in einer offiziellen Presseerklärung des Unternehmens. Wissenschaftlich begründen konnte Dr. Oetker diese Annahme allerdings nicht.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch reagierte entsetzt. Der Vorfall zeige, dass die Lebensmittelwirtschaft die seit Jahren bekannte Problematik Mineralöl nicht ernst genug nehme, kritisierte eine Sprecherin das Unternehmen. Foodwatch forderte deshalb einen Beweis von Dr. Oetker, dass Mineralöle tatsächlich "unbedenklich" seien. Nur, den konnte das Unternehmen leider nicht liefern.

In einem neuen Statement muss Dr. Oetker nun zumindest teilweise einlenken. Das Wörtchen "unbedenklich" fehlt in diesem nun plötzlich. Jetzt heißt es lediglich:

"Nach bestehender Auffassung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) unter Bezugnahme auf Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sind Mineralöl-Gehalte in Lebensmitteln unerwünscht und soweit technisch machbar zu minimieren. Sie stellen jedoch unter Zugrundelegung üblicher Verzehrgewohnheiten kein akutes Lebensmittelsicherheitsproblem dar."

Was nicht gesagt wird: Beide Behörden, auf die sich Dr. Oetker bezieht, schätzen Mineralöle trotzdem als potenziell gesundheitsschädlich ein.Auf Nachfrage von Foodwatch schrieb beispielsweise das BfR: "Aus tierexperimentellen Studien ist bekannt, dass derartige Mineralölgemische zu Ablagerungen und Schäden in der Leber und den Lymphknoten führen können." Auch das EFSA teilt diese Auffassung. Auch wenn eine abschließende Untersuchung fehlt.

Foodwatch fordert schon länger strikte Grenzwerte und Vorgaben durch die Regierung. Denn: Hersteller und Händler würden häufig erst auf öffentlichen Druck hin reagieren, aber von sich aus zu wenige Maßnahmen ergreifen, um riskante Mineralöleinträge zu verhindern, heißt es auf der Website der Organisation. Doch der Gesundheitsschutz dürfe nicht von Unternehmensbilanzen abhängen.

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