POLITIK
11/01/2016 17:42 CET | Aktualisiert 12/01/2016 01:27 CET

Schwere Krawalle bei Pegida-Demo in Leipzig

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In Leipzig kam es am Montagabend zu den befürchteten Ausschreitungen. Mehrere Tausend Gegner wie Anhänger des fremdenfeindlichen Bündnisses Legida haben dort demonstriert. Legida ist eine Schwesterorganisation von Pegida.

Zeitgleich randalierten im linksautonom geprägten Stadtteil Connewitz etwa 250 vermummte rechtsorientierte Hooligans. Sie hätten Pyrotechnik gezündet und Schaufensterscheiben mit Steinen eingeworfen, sagte eine Polizeisprecherin.

Auf Twitter teilte die Polizei mit, die Randalierer seien festgesetzt worden, die Lage sei unter Kontrolle. Augenzeugen berichten laut der "Leipziger Volkszeitung", dass die 250 Rechten in der Wolfgang-Heinze-Straße eine Spur der Verwüstung hinterlassen haben. Mit großen Pflastersteinen seien mehrere Geschäfte sowie Schaufenster zerstört worden. Unter anderem seien Gegenstände in einen Dönerladen, das Geschäft eines Augenoptikers und eine Buchhandlung geworfen worden.

Auf dem Innenstadtring bildeten am Gründungstag von Legida Gegendemonstranten bei strömendem Regen eine Lichterkette für Weltoffenheit und Toleranz. Dazu hatte unter anderem Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) aufgerufen. An dem Gegenprotest mit mehreren Veranstaltungen beteiligten sich nach Angaben der Studentengruppe "Durchgezählt" zwischen 2300 und 2800 Menschen.

Die Pegida-Initiative in Dresden hatte auf einen eigene Veranstaltung am Montagabend verzichtet und zur Teilnahme in Leipzig aufgerufen, auch Pegida-Chef Lutz Bachmann war dorthin gereist. Die Forschergruppe "Durchgezählt" veröffentlicht erste Zahlen. Demnach waren 2500 bis 3400 Menschen bei der Legida- und Pegida-Demo.

Die Polizei veröffentlichte zunächst keine Teilnehmerzahlen. Die Sicherheitsbehörden waren mit einem Großaufgebot vor Ort, um die Versammlungen abzusichern. Ein Polizeihubschrauber kreiste über der Stadt. Auch zehn Wasserfwerfer waren in der Stadt.

Die Dresdner Pegida-Frontfrau Tatjana Festerling rief auf der Legida-Kundgebung unter "Widerstand, Widerstand"-Rufen der johlenden Zuhörer: "Wenn die Mehrheit der Bürger noch klar bei Verstand wäre, dann würden sie zu Mistgabeln greifen und diese volksverratenden, volksverhetzenden Eliten aus den Parlamenten, aus den Gerichten, aus den Kirchen und aus den Pressehäusern prügeln."

Mit Material von dpa

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