WIRTSCHAFT
11/01/2016 11:03 CET | Aktualisiert 23/01/2016 05:12 CET

Bericht: Diese Tees von Lebensmittel-Händlern sollen Krebs verursachen - und der Verbraucher ahnt nichts

thinkstock
Tee

Vor allem in den kalten Wintermonaten kann eine heiße Tasse Tee wahre Wunder wirken. Sie wärmt, entspannt und ist gut für unsere Gesundheit. Oder?

Recherchen der NDR-Sendung „Markt“ haben jetzt aber ergeben, dass bestimmte Teesorten sogar schädlich sind und im schlimmsten Fall Leberkrebs verursachen können.

Wissenschaftler haben im Auftrag der Sendung im Labor Kräutertees sechs verschiedener Hersteller getestet.

Neben den Eigenmarken von Rewe, Edeka, Lidl und Aldi wurden auch Tees von der Marken "Teekanne“ und "Meßmer" untersucht. Welcher Tee am schlechtesten abgeschnitten hat, könnt ihr im Video sehen:

Einige der getesteten Tees weisen eine hohe Menge des Pflanzengiftes Pyrrolizidinalkaloide (PA) auf. Die Gifte sind in Unkraut enthalten, das zwischen den Teekräutern wächst. Nimmt der Mensch zu viel davon auf, kann das zu Leberschädigungen und Leberkrebs führen.

Das Problem: Es gibt keinen gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwert. Aber das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat für PA eine Höchstaufnahmemenge errechnet. Die liegt bei 0,42 Mikrogramm pro Tag. Der Rewe-Tee hatte aber eine PA-Menge von 0,67 Mikrogramm pro Tasse.

"Es besteht die Möglichkeit, dass geringste Mengen ausreichen, um Krebs zu verursachen", sagt der Toxikologe Edmund Maser der Sendung „Markt“. Deshalb fordert er, dass jegliche Lebensmittel - so auch Tees - frei von dem Pflanzengift sein sollten.

Tee von Lidl frei von Pflanzengiften

Nicht nur der Tee von Rewe ist belastet. Auch der Tee "Kloster Kräuter Mischung“ von Edeka weist 0,36 Mikrogramm des Pflanzengiftes pro Tasse auf. Hier reichen also schon zwei Tassen, um die empfohlene Tagesmenge des BfR zu überschreiten.

Die Gewinner: Die Tees von Lidl und Teekanne waren komplett frei von Pflanzengiften.

Eine Anfrage der Huffington Post bei Rewe zu den Ergebnissen blieb bislang unbeantwortet. Rewe teilte dem NDR auf Anfrage mit, dass der Konzern bereits umfangreiche Maßnahmen zur Minimierung der Gehalte durchführe.

Edeka weist gegenüber dem NDR darauf hin, dass es keinen gesetzlich festgelegten Grenzwert gebe. Dennoch wolle das Unternehmen "mit seinem Lieferanten ein Minimierungskonzept umsetzen".

Gegenüber der Huffington Post teilt Edeka in einem Statement mit: Die Aussage, der Tee "Kloster Kräuter Mischung“ von Edeka weise 0,36 Mikrogramm des Pflanzengiftes pro Tasse auf und es reichten schon zwei Tassen, um die empfohlene Tagesmenge des BfR zu überschreiten, sei "fachlich nicht korrekt". Ein Sprecher betont: "Man kann nicht einfach zwei Tassen zusammenzuzählen, um den Richtwert zu überschreiten."

Er verweist auf eine Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Das BfR schreibe, dass "tägliche Dosen von 0,007 Mikrogramm PA/kg Körpergericht (also die besagten 0,42 Mikrogramm bei einem Gewicht von 60 kg) hinsichtlich möglicher Krebsrisiken als wenig bedenklich angesehen werden". Diese Aussage gelte für Teetrinker, die über einen langen Zeitraum hinweg diese Menge an Pflanzengift zu sich nehmen würden. Eine "akute Gesundheitsschädigung bei kurzfristiger Aufnahme" sei unwahrscheinlich, urteilen die Forscher.

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