POLITIK
11/01/2016 22:49 CET | Aktualisiert 12/01/2016 01:25 CET

Politiker der Linken hat Nazi-Messerattacke nur vorgetäuscht

Eine angebliche Messerattacke schockierte Schwerin. Der 18-jährige Jungpolitiker der Linken Schwerin, Julian Kinzel, gab vergangene Woche an, er sei von Rechtsradikalen mit einem Messer verletzt worden.

Es sollen drei Täter gewesen sein. Sie sollen 17 mal auf ihn eingestochen und dabei "schwule Kommunistensau" gerufen haben. Die Linke gab daraufhin eine Pressemitteilung raus, in der sie die Tat verurteilte. Die Männer hatten "szenetypische" Kleidung der im rechten Milieu beliebten Marke Thor Steinar getragen, hieß es darin.

Auch Dietmar Bartsch, Vorsitzender der Linksfraktion im Bundestag, verbreitete die Meldung über Twitter:

Schon kurz nach der Tat gab es Zweifel. Verwunderung löste aus, dass Kinzel nicht sofort zur Polizei ging. Erst einen Tag später erstattete er Anzeige über ein Online-Formular. Auch den Mantel, der bei dem Überfall beschädigt worden sein soll, konnte er nicht als Beweismittel vorlegen - er behauptete, er sei gestohlen worden. Am Wochenende berichtete der NDR über Ungereimtheiten in Kinzels Darstellung.

Nun gab ein rechtsmedizinisches Gutachten Gewissheit. Die Staatsanwaltschaft Schwerin gab am Montag bekannt, dass Kinzel den Überfall erfunden hat: "Der Sachverständige kommt zu dem Schluss, dass die Art der Verletzungen nicht mit dem behaupteten Verlauf des Überfalles in Übereinstimmung zu bringen ist, eine Selbstbeibringung dagegen hinreichend wahrscheinlich ist."

Die Lüge wird Folgen haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen Kinzel wegen des Verdachts der Vortäuschung einer Straftat. Dies kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe bestraft werden.

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