POLITIK
11/01/2016 20:24 CET | Aktualisiert 12/01/2016 01:32 CET

Andrang von Marokkanern beunruhigt Polizei – "40 Prozent der nordafrikanischen Zuwanderer werden straffällig"

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Gestrandetes Boot vor Nordafrika. Foto: Getty.

Noch laufen die Ermittlungen zu den massenhaften Kölner Sex-Attacken auf Hochtouren. Doch zumindest langsam ergibt sich ein erstes Täter-Profil. Von den derzeit in Untersuchungshaft sitzenden 19 Verdächtigen stammen 14 aus Nordafrika, der Großteil aus Marokko.

Das teilte Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger gestern bei einer Sondersitzung des Landtags mit. Für manche Sicherheitsexperten ist dies offenbar wenig überraschend.

Syrer werden kaum straffällig

Wie die "Süddeutsche Zeitung" jetzt berichtet, verzeichnen Ermittler in vielen deutschen Großstädten seit einiger Zeit einen dramatischen Anstieg von Tatverdächtigen aus Nordafrika. Die Kölner Polizei registrierte demnach 2015 fast 2000 Tatverdächtige aus dieser Region.

Nach den Statistiken der Ermittler in der Domstadt würden dort 40 Prozent der nordafrikanischen Zuwanderer innerhalb eines Jahres straffällig. Bei Syrern seien es nur 0,5 Prozent.

Flugpreise in Türkei deutlich gestiegen

Bei marokkanischen und tunesischen Familien werde oft der älteste Sohn ausgewählt, um nach Deutschland zu reisen, wo er innerhalb kurzer Zeit das Geld für die Schleuser verdienen müsse, sagte SPD-Mann Jäger. Viele würden deshalb straffällig.

Solche Aussagen sind Sprengstoff für die politische Debatte. Denn die Zahl der marokkanischen Flüchtlinge nahm zuletzt massiv zu.

Die marokkanische Nachrichten-Website "Hibapress" berichtete gerade erst, in den Reisebüros der Großstadt Casablanca seien zuletzt die Preise für Flüge in die Türkei aufgrund der großen Nachfrage gestiegen. Aus den ärmeren Vierteln der Stadt hätten sich in den vergangenen Wochen Hunderte junge Marokkaner über die Balkanroute in Richtung Europa aufgemacht, nachdem bekanntgeworden sei, dass Syrer in Europa Aufnahme fänden.

Die meisten von ihnen seien zuvor arbeitslos gewesen. Viele geben sich an der Grenze als Syrer aus.

Deutsche Ermittler haben Erkenntnisse, dass die in arabischen Ländern unter den Begriffen "Taharrusch Dschämea" oder "Taharrush Gamea" bekannt gewordenen "überfallartigen Sexualdelikte" wohl auch deshalb nun hierzulande zunehmen. Das Bundeskriminalamt (BKA) will deshalb nun gegen solche Delikte gezielter vorgehen und bundesweit Daten darüber sammeln.

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