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08/01/2016 16:52 CET

Change.org: Mehr als 25.000 Menschen geben ihren Namen für Alfred - das ist der Grund

Was für ein Erfolg! Bereits mehr als 25.000 Menschen haben ihren Namen für Alfred Hufnagl gegeben und die Petition der "Huffington Post" unterschrieben. Sie fordern: Einen Rennrollstuhl für den niederbayerischen Rennrollstuhl-Sportler. Denn er will wieder seinen Namen für Deutschland geben - und bei internationalen Wettkämpfen mitmischen.

alfred hufnagl

Doch worum geht es?

Alfred Hufnagl ist Hochleistungssportler. Mit seinem Rennrollstuhl wollte er siegen und zu den Paralympischen Spielen nach Rio in diesem Jahr. Doch ein Moment änderte alles: Ein Lastwagen rammte bei einem Training seinen Rennrollstuhl - und der Traum war vorbei. Sein Rollstuhl ist nicht mehr wettkampftauglich. Ein neuer ist für den Angestellten und dreifachen Familienvater zu teuer. 8.000 Euro kostet dieser.

Trotzdem gibt der 44-Jährige nicht auf. Er trainiert weiter. "Während der Feiertage habe ich jeden Tag trainiert, um nicht zuzulegen", erzählt Hufnagl. "Ich war im Fitnessstudio oder auf der Rolle."

alfred hufnagl Letzteres ist sein Hometrainer in der Garage: Dafür hat er seinem ramponierten Rennrollstuhl das Vorderrad abgeschraubt, die Hinterräder stehen auf einer Walze. Dadurch kann er immerhin seine Ausdauer auch im Winter trainieren.

"Ich will fit sein, wenn ich einen neuen Rennrollstuhl habe", erklärt der Sportler aus dem Landkreis Passau. Denn dann könnte er sich direkt an das neue Gefährt gewöhnen und baldmöglichst wieder in das Wettkampfgeschehen eingreifen. Sein Ziel jetzt: Die EM 2017.

Sein Wunsch für 2016 ist daher auch klar: "Gesundheit ist das wichtigste." Und der Rollstuhl.

Wie wurde ihm bisher geholfen?

Die Hilfe, die der Niederbayer in Bezug auf einen neuen Rennrollstuhl erfahren hat, ist mau. Einen Verein hat er nicht. Der Lastwagenfahrer beging Fahrerflucht. Die Sportverbände haben ihm in diesem Fall bisher nicht geholfen. Eine Spendenaktion des lokalen Sportmagazins "Sp4ort" blieb erfolglos.

Sponsoren gesucht - Sorry Leute! Es stimmt mich traurig, denn seit nunmehr 3 Monaten bitten wir um Spenden, damit...

Posted by Robert Geisler on Samstag, 28. November 2015


Doch jetzt soll Bewegung in die Sache kommen - mit der HuffPost-Petition auf Change.org. Bereits mehr als 25.000 Menschen fordern auch von der Stiftung Deutscher Sporthilfe und dem deutschen Behinderten-Sportverband Unterstützung für Alfred Hufnagl.

Was können die Verbände leisten?

Die Stiftung Deutsche Sporthilfe kann Hufnagl nicht von sich aus helfen. "Das ist aufgrund der Satzung unmöglich", erklärt der "Direktor Förderung" der Stiftung, Jörg Adami. So sucht die Stiftung die Sportler nicht selbst aus, die gefördert werden sollen, sondern erhält Empfehlungen von den Fachverbänden. "In der Regel sind das Mitglieder der Kader."

Das Problem ist nur: Wie soll sich Hufnagl - der bereits bei Paralympischen Spielen angetreten ist - für große Wettkämpfe und damit für den Kader qualifizieren, wenn er keinen Rennrollstuhl hat?

Der Hoffnungsschimmer: Zwar sind die Sportler, die nominiert werden, meist im Kader (denn die Fördergelder sind knapp) - aber es ist kein Muss.

Entscheiden kann das nur der zuständige Fachverband - und das ist für Alfred Hufnagl der Deutschen Behindertensportverband. Dessen Vize-Sportdirektor Marc Möllmann hört sich aktuell in den eigenen Reihen um.

Ein Ergebnis steht noch aus - und Unterstützung auf Change.org ist immer noch dringend gefragt!

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