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08/01/2016 04:53 CET | Aktualisiert 08/01/2016 07:41 CET

Nach dem Kölner Sex-Mob: Polizei ermittelt im "Antänzer"-Milieu

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Police officers survey the area in front of the main train station and the Cathedral in Cologne, western Germany, on January 6, 2016, where dozens of apparently coordinated sexual assaults were perpetred against women on New Year's Eve. / AFP / Roberto Pfeil (Photo credit should read ROBERTO PFEIL/AFP/Getty Images)

Der gewalttätige Sex-Mob, der in der Silvesternacht in Köln und anderen Städten wütete, war in seinen Ausmaßen ungekannt. Keineswegs neu jedoch waren die Methoden, mit denen Hunderte junge Männer Frauen belästigten und bestahlen: Sie erinnern an den sogenannten "Antanz-Trick", bei denen Diebe vorgeblich mit ihrem Opfer tanzen, um sie so abzulenken und zu bestehlen.

Ob die Sex-Täter von Silvester und die Antänzer identisch sind, wie groß die Schnittmenge zwischen den beiden Gruppen ist, das ist noch unklar. Dem Bericht eines Polizisten zufolge ging es den Tätern vorrangig um ihr "sexuelles Amüsement". Andererseits entsprechen die kriminelle Energie und die Herkunft der Täter in weiten Teilen dem Antänzer-Milieu.

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Verbrechen von Diebstahl bis Drogendelikten

Diese Gruppe ist in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf besonders stark vertreten - und hat bei der dortigen Polizei für Handlungsbedarf gesorgt: Seit Sommer 2014 kämpfen mehrere Sonderermittler gegen einen Verbrechenssumpf hauptsächlich marokkanischer Männer, wie die "Rheinische Post" berichtet. Das Milieu soll aus rund 2200 Verdächtigen bestehen und sich vorrangig in einem Stadtteil, dem sogenannten Maghreb-Viertel, aufhalten.

Eine Erkenntnis der Beamten: Die Kriminellen sind überwiegend als asylsuchend registriert - in Düsseldorf wie auch in anderen Städten. Bei den Recherchen geht es den Beamten um eine lange Liste an Straftaten: zuvörderst Taschendiebstahl und Raub, jedoch auch Drogen und illegale Wetten. Bei einer Durchsuchung im Januar des abgelaufenen Jahres nahmen Fahnder 15 Menschen ohne Aufenthaltserlaubnis fest.

Raubzüge in die Innenstadt

Beim Vergleich mit dem Antänzer-Milieu wird eine weitere parallele zum Sex-Überfall in Mob-Stärke deutlich: Die Verdächtigen tun sich immer wieder zu Gruppen zusammen, um gemeinsam Straftaten zu begehen, wie die Polizei herausfand. Ein übliches Vorgehen ist demnach, sich zusammenzurotten und in die Innenstadt zu gehen. Vielfach reisen demnach auch Täter aus anderen Städten und Bundesländern an.

In der Stadt schließlich hätten die Antänzer großen Erfolg mit ihrer Masche - vor allem, weil sie schnell wieder verschwinden können. Der Grund dafür: "Es gibt einzelne Clubbetreiber, die ihnen schnelles Abtauchen ermöglichen", zitiert die Zeitung einen Ermittler.

Anwerbeversuche im Flüchtlingsheim?

Das Ermittlungsprojekt, interne Bezeichnung "Casablanca", lief mit dem Jahresende aus - soll nun jedoch weitergehen. Im Abschlussbericht wird der verstärke Einsatz von zivilen Beamten im berüchtigten Maghreb-Viertel empfohlen. Dort findet sich auch eine Warnung: Die Hintermänner der kriminellen Strukturen seien offiziell in Flüchtlingsheimen gemeldet. Genau an diesen Orten könnten sie auch versuchen, Nachwuchs zu rekrutieren.

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