POLITIK
07/01/2016 15:14 CET | Aktualisiert 08/01/2016 03:28 CET

CDU-Vize Laschet fordert Rücktritt des Kölner Polizeipräsidenten

dpa

CDU-Vize Armin Laschet äußert scharfe Kritik an den Verantwortlichen von Köln. Im Interview mit der "FAZ" sagte er, dass Fehleinschätzungen, wie die in der Silvesternacht, in Nordrhein-Westfalen kein Einzelfall seien. Die Polizei habe beispielsweise Stadtteile in Duisburg und Gelsenkirchen schon länger nicht mehr unter Kontrolle - dort gebe es bereits "rechtsfreie Räume".

Dem Kölner Polizeipräsidenten Wolfgang Albers wirft Laschet systematische Fehleinschätzungen und "Schönrederei" vor. Dass zum Tatzeitpunkt in der Silvesternacht viel zu wenige Beamte unterwegs waren, habe er zu verantworten. Außerdem habe er "trotz vieler Augenzeugenberichte" viel zu spät auf die Vorfälle reagiert. Bereits 2014 habe Albers einen ähnlich groben Fehler begangen: Damals war eine Hooligan-Demonstration außer Kontrolle geraten. Ähnlich wie nach den Silvestervorfällen hatte die Polizei damals behauptet, die Lage im Griff zu haben.

Unter SPD-Innenminister Ralf Jäger hätten diese Art "Schönrederei und Verharmlosung" der Polizei allerdings System, wettert Laschet im Interview weiter. Die Entscheidung des Politikers, Albers im Amt zu lassen, zweifelt er stark an – der Innenminister habe die Aufgabe auf Fehleinschätzungen die richtigen Schlüsse zu ziehen. Statt SPD-Albers fordert er einen "parteilosen, unabhängigen Polizeiexperten". Mit der Entscheidung Jägers würden zukünftige Probleme der Polizei zum persönlichen Problem des Innenministers, folgert Laschet.

Neueste Erkenntnisse über den Verlauf der Silvesternacht könnten tatsächlich direkt auf Jäger zurückkommen. Laut Informationen des Magazins "Focus" soll das ihm unterstellte Landesamt Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) eine Bitte der Kölner Polizei für Verstärkung in der Nacht abgelehnt haben. Gleichzeitig wird Albers vorgeworfen, Informationen über die Täter zurückgehalten zu haben. Falls sich diese Vorwürfe bestätigen, sollte dies tatsächlich Folgen für die Verantwortlichen Kölns haben.

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.