POLITIK
06/01/2016 16:17 CET | Aktualisiert 06/01/2016 16:56 CET

So groß ist das Ausmaß der Sex-Übergriffe wirklich - In diesen deutschen Städten wurden Frauen an Silvester zu Opfern

Foto: Getty.
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Lange waren nur massive sexuelle Übergriffe aus Stuttgart, Hamburg und Köln bekannt. Vor allem in der Dom- und Hansestadt sollen ganze Gruppen von Tätern an Silvester Frauen massiv belästigt und vereinzelt sogar vergewaltigt haben.

Viele der Männer hatten nach Polizeiangaben einen Migrationshintergrund. Nun werden auch aus anderen Städten die Zahl der Anzeigen wegen solcher Straftaten aus der Nacht zu Neujahr bekannt.

Köln: Immer mehr Opfer melden sich nach den Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht bei der Kölner Polizei. Mittlerweile seien weit mehr als 100 Anzeigen eingegangen, sagte eine Polizeisprecherin am Mittwoch. Davon hätten drei Viertel einen sexuellen Hintergrund. Nach den Vernehmungen der Opfer habe sich ein klareres Bild der Taten ergeben. "Viele Frauen geben in den Gesprächen an, dass sie auch angefasst wurden", sagte die Sprecherin.

Hamburg: Auch in Hamburg gab es zu Silvester massive Übergriffe auf Frauen. In der Nacht zum Neujahrstag waren Dutzende junge Frauen auf St. Pauli von Männergruppen umringt, sexuell belästigt und beraubt worden. Die Täter sollen laut Polizei Männer im Alter zwischen 20 und 40 Jahren "mit südländischem oder arabischem Aussehen" gewesen sein. Bis Mittwoch gingen bei der Polizei 53 Anzeigen ein, wovon 39 mit sexueller Belästigung zu tun hatten, wie die Ermittler mitteilten.

Stuttgart: Auf dem Stuttgarter Schlossplatz wurden in der Silvesternacht zwei 18 Jahre alte Frauen von etwa 15 Männern sexuell belästigt und beraubt. Die Frauen erstatteten am 2. Januar Anzeigen gegen unbekannt und sprachen laut Polizei von "dunkelhäutigen Tätern". Die Vorfälle in der baden-württembergischen Landeshauptstadt seien aber nicht mit den Attacken in Köln vergleichbar, ließ die Staatsanwaltschaft wissen.

Dennoch gingen am Dienstag neue Anzeigen mutmaßlich geschädigter Frauen ein, teilte die Polizei mit. Einem Bericht der "Stuttgarter Zeitung" zufolge hat sich eine Handvoll möglicher weiterer Opfer gemeldet.

Bielefeld: In der Silvesternacht gab es offenbar auch auf dem Bielefelder Boulevard und in einer Diskothek gezielte Belästigungen von Frauen durch Männergruppen. Augenzeuginnen berichteten davon, man habe sich als Frau nicht mehr sicher fühlen können. Mehrere Männer hätten Frauen bedrängt, festgehalten oder angefasst.

Demnach sollen die Täter aus einer Gruppe von etwa 150 Menschen stammen, die vor allem aus dem nordafrikanischen Raum kamen, sagte ein Polizeisprecher. Bisher seien dem Sprecher zufolge jedoch keine Anzeigen wegen Sexualdelikten eingegangen.

Düsseldorf: Wie der WDR erfuhr, soll es auch in Düsseldorf in der Silvesternacht zu Übergriffen auf Frauen gekommen sein. Laut der Düsseldorfer Polizei haben insgesamt elf Frauen Anzeigen wegen sexueller Nötigung und zum Teil auch wegen Diebstahls gestellt. Die Taten wurden in der Altstadt und im direkten Bahnhofsumfeld begangen und weisen deutliche Parallelen zu Köln auf. Es soll sich ebenfalls um eine Männergruppe aus Nordafrika gehandelt haben. "Die Art der Delikte ist mit denen in Köln vergleichbar", so ein Polizeisprecher.

Frankfurt: Auch in der Main-Metropole haben Frauen wegen Übergriffen in der Silvesternacht Anzeige erstattet. Die Polizei habe eine Arbeitsgruppe aus sechs Beamten gebildet und gehe zwei Vorfällen nach, sagte eine Polizeisprecherin. In einem Fall sollen vier Frauen von drei Männern angegrapscht worden sein, in dem anderen sollen zehn als nordafrikanisch beschriebene Männer drei Frauen sexuell genötigt haben.

Berlin: In der Hauptstadt gab es offenbar keine mit Köln oder Hamburg vergleichbaren Vorfälle. Dort meldete die Polizei auf Nachfrage von FOCUS Online drei Sexualdelikte. In allen drei Fällen seien Frauen auf der Silvestermeile sexuell belästigt worden, so ein Sprecher. In einem der Fälle, der erst am Dienstag bei der Polizei gemeldet wurde, soll eine Gruppe aus mehreren Männern eine Frau belästigt haben.

Zusätzlich zu den Vorfällen auf der Feiermeile habe es drei weitere Anzeigen wegen Sexualdelikten abseits der Silvestermeile gegeben. Der Sprecher betonte aber, dass die Fälle unabhängig voneinander passiert seien.

mit Material von dpa

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