POLITIK
06/01/2016 11:10 CET | Aktualisiert 06/01/2016 11:19 CET

Nach Kritik an Vehrhaltensregeln für Frauen: Reker fühlt sich falsch verstanden

Henriette Reker wehrt sich gegen die Kritik
OLIVER BERG via Getty Images
Henriette Reker wehrt sich gegen die Kritik

Was sollen Frauen tun, um sich vor sexueller Gewalt zu schützen? Henriette Reker hat dazu eine ganz eigene Meinung: Auf einer Pressekonferenz stellte die Kölner Oberbürgermeisterin einen Verhaltenskatalog für Frauen vor, um diese bei Großveranstaltungen vor Übergriffen zu schützen: So sollten Frauen eine Armlänge Abstand zu Fremden halten und sich in Köln nur noch "in Gruppen zusammenfinden und sich nicht trennen lassen".

Doch die gut gemeinten Ratschläge entwickelten sich zum Boomerang: Rekers "Verhaltenstipps" sorgten deutschlandweit für Empörung. "Davon halte ich gar nichts", erklärte etwa Bundesjustizminister Heiko Maas im ZDF. Seine Kabinettskollegin aus dem Familienministerium, Manuela Schwesig, sagte, nicht die Frauen, sondern die Männer müssten sich ändern.

Zu allem Überfluss zog in den Sozialen Medien unter dem Hashtag #einearmlaenge ein riesiger Shitstorm auf. Auch der Satiriker Jan Böhmermann schaltete sich in die Debatte ein, auf Twitter veranlassten ihn Rekers Aussagen zu einigen, durchaus komischen aber ebenso bissigen Nachfragen.

Jetzt hat sich das Kölner Stadtoberhaupt in einer Erklärung gegen die Angriffe gewehrt. Reker fühlt sich von den Medien falsch zitiert: "Durch die verkürzte Darstellung in einzelnen Medien ist teilweise der Eindruck entstanden, meine Präventionsinitiativen würden sich ausschließlich auf Verhaltenstipps für Frauen und Mädchen beschränken", teilte die parteilose Politikerin - die erst im Oktober mit großer Mehrheit in ihr Amt gewählt wurde - mit. Dies sei aber nicht der Fall.

Vielmehr wollte sie auf die Frage einer Journalistin auf bereits bestehende Präventions- und Beratungsangebote hinweisen. "Eines dieser bereits bestehenden Angebote sei das Aktionsprogramm 'Partysicherheit für junge Frauen'", sagte Reker. Vorrang habe natürlich, die Sicherheit auf Kölns Straßen und Plätzen herzustellen.

Die Oberbürgermeisterin ging zudem auf die teils heftige Kritik gegen die Sicherheitsbehörden ein: Um die Taten rund um den Kölner Hauptbahnhof aufzuklären, nahm Reker die Polizei in die Pflicht: "Ich erwarte von der Polizei nicht nur eine zügige Aufklärung der Vorgänge des Silvesterabends und eine konsequente Strafverfolgung, sondern dass sie auch selbstkritisch die Abläufe ihres Einsatzgeschehens analysiert und Konsequenzen daraus zieht."

Mit Material von dpa.

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