POLITIK
06/01/2016 23:34 CET | Aktualisiert 07/01/2016 14:41 CET

"Gewalttaten totgeschwiegen": Die Kritik am ZDF wird immer lauter

Die Kritik am ZDF wird immer lauter. Die Entscheidung des Senders, am Montag in der 19.00 Uhr-Sendung der "heute"-Nachrichten nicht über die Sex-Attacken in Köln zu berichten, hat ein politisches Nachspiel.

Die CSU verlangt einer Erklärung des ZDF. Das kündigte CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer gegenüber der "Bild"-Zeitung an: "Ein mit den Gebühren von uns allen finanzierter Sender darf so abscheuliche Gewalttaten nicht totschweigen", sagte Scheuer der Zeitung. "Die CSU verlangt, dass das ZDF das Versagen der heute-Redaktion im nächsten Fernsehrat erklärt."

Scheuer kritisiert zudem einen Aufruf der ZDF-Redaktion "heuteplus". In dem wurden Zuschauer am Dienstag um ihre Meinung gebeten, wie in der Sendung über die Silvesternacht berichtet werden soll. "Statt Social-Media-Umfragen zu veranstalten, sollte die Berichterstattung sich Klarheit und Wahrheit verpflichtet fühlen."

Bereits am Mittwoch erhob der Ex-Innenminister Hans-Peter Friedrich schwere Vorwürfe. Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte Friedrich: "Es ist ein Skandal, dass es Tage gedauert hat, bis die öffentlich-rechtlichen Medien die Berichte aufgegriffen haben.“ Er verdächtigt die gebührenfinanzierten Sender ihrem Informationsauftrag nur noch unzureichend nachzukommen und sprach in dem Zusammenhang von einem "Schweigekartell". Offenbar gebe es "Nachrichtensperren", sobald es um Vorwürfe gegen Ausländer gehe.

Der Sender räumte ein Versäumnis ein. Auf Facebook und Twitter erklärte das ZDF am Dienstag, wie es dazu kam. "Die Nachrichtenlage war klar genug. Es war ein Versäumnis, dass die 19-Uhr-heute-Sendung die Vorfälle nicht wenigstens gemeldet hat", gab der stellvertretende ZDF-Chefredakteur Elmar Theveßen in einem Statement auf Facebook zu.

Theveßen schrieb: "Die heute-Redaktion entschied sich jedoch, den geplanten Beitrag auf den heutigen Tag des Krisentreffens zu verschieben, um Zeit für ergänzende Interviews zu gewinnen. Dies war jedoch eine klare Fehleinschätzung", so Theveßen weiter.

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