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06/01/2016 09:18 CET | Aktualisiert 11/01/2016 03:24 CET

Nach Übergriffen auf Frauen: Köln-Kommentar von Sat.1-Moderator polarisiert das Netz

Satiriker Jan Böhmermann hat sie veräppelt. Sat.1-Moderator Claus Strunz hat sie verbal geohrfeigt. Die Rede ist von Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker.

Reker hatte auf einer Pressekonferenz zur sexuellen Gewalt in ihrer Stadt die Frage einer Journalistin beantwortet, wie sich Frauen am besten schützen sollten. Und unter anderem sagte Reker, Frauen sollten Männer auf einer Armlänge Abstand halten.

Böhmermann hatte daraufhin seine Fans gebeten, doch mal einen Abstandhalter, wie er an Fahrrädern verwendet wird, in ein Bild mit Reker zu montieren. Um die Absurdität des Vorschlags zu demonstrieren.

Journalist Claus Strunz dagegen ging schärfer mit Reker ins Gericht. Statt sich vehement mit dem Versagen der Kölner Polizei zu befassen, statt dem Sexmob den kompromisslosen Kampf anzusagen, rate sie zum Abstandhalten und dazu, als Frau nur innerhalb einer Gruppe auszugehen. Es fehle nur noch, dass sie dazu rate, aufreizende Kleidung zu vermeiden, um muslimische Männer nicht zu irritieren. "Am besten also gleich in der Burka zur Party."

FOL/Wochit

Das Video mit dem Statement Strunz' hat gigantische Aufmerksamkeit im Netz erfahren. Bis zum Mittwochnachmittag wurde es 1,8 Millionen mal aufgerufen, 50.000 Mal geteilt und tausendfach kommentiert.

Viele finden, Strunz habe genau das ausgesprochen, was viele denken. "Besser hätte man es nicht sagen können", findet etwa Facebook-Nutzer André Hoffmann.

Allerdings stören sich auch User massiv an der Aussage. Und werfen Strunz vor, Unsinn zu verbreiten.

"Wie kommen Sie dazu alle muslimischen Männer zu einem bedrohlichen Sexmob zu degradieren? Haben Sie mal in den Koran geschaut wie dort von solchen Leuten gesprochen wird?", wettert Facebook-Nutzer Martin Goßlau.

Und Martina Brüske ärgert sich - über Strunz wie Reker gleichermaßen: "Die Rückschlüsse von Claus Strunz sind zwar hübsch formuliert, aber strategisch motivierter Nonsens. Niemand hat behauptet, dass wer sich nicht an Abstand und Gruppenregel hält, selbst schuld ist. Aber für die eigene Sicherheit ist das zumindest mal eine Maßnahme - KEINE Lösung auf Dauer. Ich weiß nicht, warum jede OB oder jeder Polizist das immer noch mal extra sagen muss."

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