LIFESTYLE
06/01/2016 07:19 CET | Aktualisiert 06/01/2016 08:49 CET

Armlänge Abstand? 6 Arten, wie sich Frauen WIRKLICH vor sexueller Belästigung schützen

Nach den Vorfällen in Köln machte die Oberbürgermeisterin der Stadt einen seltsamen Vorschlag, wie sich Frauen vor sexueller Belästigung schützen sollen. "Frauen sollen zu Fremden eine Armlänge Abstand halten", sagte Henriette Reker.

Das ist ziemlich hirnrissig. Sie hätte lieber darüber sprechen sollen, wie solche Übergriffe zukünftig verhindert werden sollen. Denn keine Frau sollte sich überhaupt schützen müssen. Zumal Selbstschutz gegen eine solche Übermacht an Angreifern wie in Köln extrem schwierig ist.

In etwas übersichtlicheren Situationen allerdings gibt es viel wirkungsvollere Methoden als die Armlänge Abstand, sich zu wehren. Das haben diese sechs Frauen eindrucksvoll bewiesen:

Zum Beispiel diese junge Dame, die einer Fremden zu Hilfe kommt:


Oder diese Kellnerin, die nicht lange fackelt:


Dieses bezaubernde, kleine Mädchen will sich von seinem Lehrer nicht beschimpfen und bedrängen lassen:

Und diese Kellnerin schrieb einem unverschämten Kunden eine Botschaft auf Facebook. Öffentlich natürlich.

Lieber Brian,

du kamst in das Restaurant, in dem ich arbeite und hast einen Wodka mit Eis bestellt. Als ich dich und deinen Begleiter fragte, ob ihr etwas essen wollt oder sonst noch etwas braucht, hast du deine Hand -- unheimlich zärtlich -- AUF MEINEN ARSCH gelegt und gefragt, ob du mich "zum Mitnehmen" haben kannst.

Als ich sofort auswich und fragte: "Wie bitte", hast du wahrscheinlich begriffen, dass ich für solche Annäherungen von Kunden nicht empfänglich bin. Wir waren in einem familienfreundlichen Restaurant um etwa 18.30 Uhr und ich trug ein lockeres, langärmeliges Shirt, Jeans und kein Make-up... Ich weiß also nicht, woher deine Verwirrung darüber kam, welche Art von Dienstleistung du erhalten würdest.

Du bist bald danach gegangen, hast aber deinen Kreditkartenbeleg und ein Trinkgeld von zwei Dollar zurückgelassen. Dein Name ist Brian xxxxx. Ich habe dich bei Google schnell gefunden. Ich schaute mir dein Profil bei Linked IN an. Du arbeitest bei der Swiss Performance Management and Truehand AG, im Investment Management. Natürlich tust du das.

Ich arbeite als Kellnerin und das seit mehr als fünf Jahren. Ich habe die NYCU mit Auszeichnung abgeschlossen und habe irgendwann alle möglichen Arten von Nebenjobs gemacht, nicht nur in der Gastronomie, auch in der Verwaltung. Sogar Zeitarbeit in Firmen wie deiner.

Das Kellnern hat mir bis jetzt erlaubt, an meiner künstlerischen Karriere zu arbeiten, während ich meinen Lebensunterhalt abdecke, darunter die sehr hohen Zahlungen für meinen Studentenkredit. Ich habe einen guten Job, für den ich dankbar bin. Die Atmosphäre ist entspannt, ich habe unglaublich hilfsbereite Kollegen und Vorgesetzte und - meistens - nette Kunden.

Aber ich hasse es trotzdem zu kellnern. Über die Jahre haben sich mein Wissen und meine Fähigkeiten erweitert, aber ich habe immer größere Probleme damit, den "dienstleistenden" Teil zu ertragen.

Ich muss mich mit unglaublichen Ansprüchen, mit Herablassung und Betrunkenen herumschlagen. In einer Bar ist es unmöglich, die Tatsache zu ignorieren, dass es immer noch Frauenhass gibt. Ich kann dir nicht sagen, wie oft die Leute mich furchbar behandelt haben und ich habe mir ihre Namen von den Kreditkarten eingeprägt oder fotografiert. Und Rachefantasien gehabt. Aber jedes Mal, wenn ich in der Vergangenheit in Versuchung geführt wurde (sogar nach verbalen Angriffen, körperlichen Beleidigungen oder sexueller Belästigung) habe ich mich beherrscht und es sein lassen.

Also Glückwunsch, Brian! Du hast es geschafft! Du hast dieses kaputte Fass zum Überlaufen gebracht. Und obwohl das hier ein öffentlicher Pranger ist, meine ich das nicht als Angriff. Vielleicht - nur vielleicht - wird dieser Post dich in unserer durch das Netz verbundenen Welt erreichen und du wirst lernen, wie verletzend und aufwühlend eine kleine Bemerkung oder eine Geste sein können.

Oder zumindest wird ein anderer Facebook-Nutzer das lesen und mehr darüber nachdenken, wie er Frauen behandelt, wie er Kellner behandelt und / oder wie er Menschen allgemein behandelt. Und danke. Ohne deine Inspiration würde ich meinen Job heute nicht kündigen und ein besseres Kapitel in meinem Leben beginnen.

Deine Laura

P.S.: An alle Anderen - seid nett zu eurer Bedienung. Wenn es eine Weile gedauert hat, bis euer Getränk kam, könnte das daran liegen, dass eure Kellnerin wegen all dem Frauenhass auf der Toilette heulen musste. Und auch, weil sie sich den Namen auf eurer Kreditkarte merken könnte, wenn ihr nicht nett zu ihr seid. Sie könnte euch im Internet suchen, euch finden und in euer Bett pinkeln, während ihr schlaft.

P.P.S: Ich suche einen Job, mit dem ich meinen Lebensunterhalt verdienen kann, bis mein Traum von einer Schauspiel-Karriere wahr geworden ist! Etwas mit ungefähr 30 Stunden pro Woche das die Miete in New York und meinen Studentenkredit deckt. Ich bin offen für alle Ideen.


Diese Frau macht einem aufdringlichen Passagier den Rest des Fluges zur Hölle:


Diese Teenagerin, die zum Pech ihres Angreifers Karate kann:



Zusammengefasst: Frauen sind keine Opfer. Und manche Männer haben es nicht anders verdient. Punkt.

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