POLITIK
05/01/2016 22:50 CET | Aktualisiert 06/01/2016 02:26 CET

"Falsch verstandene politische Korrektheit": CDU-Vize kritisiert die Medien heftig

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CDU-Vize Julia Klöckner

Nach den Silvester-Übergriffen kritisiert Julia Klöckner die Medien. Die stellvertretende CDU-Parteivorsitzende unterstellte deutschen Journalisten in einem Interview mit der "Welt", über Straftaten von Ausländern zu zurückhaltend zu berichten.

Klöckner sagte: "Sicherlich ist das auch eine schwierige journalistische Abwägung, einerseits wahrhaftig zu berichten, andererseits aber auch möglicher Vorverurteilung und Vorurteilen ganzen Gruppen gegenüber keinen Vorschub zu leisten. Scheuklappen und falsch verstandene politische Korrektheit helfen uns aber nicht weiter, weder in den Medien noch in der Politik."

Wir haben zu lange zugesehen, dass Frauen nicht als gleichwertig angesehen werden

Bei der Integration dürfe nicht auf Freiwilligkeit gesetzt werden. In dem Interview forderte sie, Flüchtlinge durch eine Integrationsvereinbarung zur Eingliederung in die deutsche Gesellschaft zu verpflichten: "Wir haben zu lange zugesehen, wie sich Parallelgesellschaften entwickelt haben, zu lange zugesehen, dass Frauen nicht als gleichberechtigt und gleichwertig angesehen werden."

Diese Fehler dürften nicht wiederholt werden. "Zum Beispiel, indem wir die Integration als freiwilliges Angebot dem Zufall überlassen würden."

Keine Multikulti-Brille darf den Blick trüben, nicht bei Übergriffen und nicht bei Vollverschleierung

Kritik übte sie auch am Schweigen der Feministinnen. "Ich staune immer wieder, wenn gerade diejenigen frauenfeindliches Verhalten als kulturelle Vielfalt tolerieren, die gleichzeitig für gendergerechte Sprache kämpfen. Frauenfeindliches Verhalten bleibt frauenfeindliches Verhalten, da ist es mir egal, von wem es ausgeübt wird. Da darf auch keine Multikulti-Brille den Blick trüben, nicht bei Übergriffen und nicht bei Vollverschleierung."

Klöckner forderte zudem mehr Personal für die Polizei. "Die Täter müssen wissen, dass sie zur Rechenschaft gezogen und schnell verurteilt werden. Voraussetzung hierfür ist allerdings eine ausreichende Personalausstattung bei Polizei und Justiz." Die Polizei sei allerdings "auf Kante genäht", was die Bergen an Überstunden zeigen würden.

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