POLITIK
04/01/2016 22:44 CET | Aktualisiert 05/01/2016 12:51 CET

Köln will gegen Silvester-Vergewaltiger vorgehen: "Dreiste Attacken auf wehrlose Frauen"

Der Hauptbahnhof Köln
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Der Hauptbahnhof Köln

In Köln herrscht Betroffenheit. Nach den sexuellen Übergriffen am Kölner Hauptbahnhof plant die Stadt nun Schritte, um zu verhindern, dass Ähnliches wieder passiert.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat für den heutigen Dienstag ein Krisentreffen zu den Angriffen angesetzt. Daran sollen unter anderem die Kölner Polizei, die Bundespolizei und Stadtdirektor Guido Kahlen teilnehmen, wie eine Stadtsprecherin sagte.

Die Polizei hat zudem eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Am Sonntag nahmen Polizisten in der Nähe des Kölner Hauptbahnhofs fünf Männer fest, die Frauen bedrängt und Reisende bestohlen haben sollen. Ob sie auch etwas mit den Taten in der Silvesternacht zu tun haben, ist nach Angaben der Ermittler noch unklar.

Der Polizei lagen bis Montag 60 Anzeigen vor, darunter auch Diebstähle von Taschen, Handys und Geldbörsen. Die Ermittler gehen von weiteren Opfern aus, die sich bisher noch nicht gemeldet haben.

Wir nehmen es nicht hin, dass sich nordafrikanische Männergruppen organisieren, um wehrlose Frauen zu erniedrigen

NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) reagierte scharf auf die Übergriffe. "Wir nehmen es nicht hin, dass sich nordafrikanische Männergruppen organisieren, um wehrlose Frauen mit dreisten sexuellen Attacken zu erniedrigen", zitierte der Kölner "Express" den Minister.

"Deshalb ist es notwendig, dass die Kölner Polizei konsequent ermittelt und zur Abschreckung Präsenz zeigt."

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Für den Karneval will er vorbereitet sein. Die Polizei werde zudem ein neues Konzept für die Karnevalszeit erarbeiten, um solchen Vorfällen rund um den Dom und den Hauptbahnhof vorzubeugen. "Das sind wir den Frauen schuldig und zugleich den nordafrikanischen Flüchtlingen, die friedlich bei uns leben wollen", sagte der Innenminister.

Polizeipräsident Wolfgang Albers war schockiert. Als "Straftaten einer völlig neuen Dimension" hat er die sexuellen Übergriffe auf Frauen rund um den Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht bezeichnet. "Es ist ein unerträglicher Zustand, dass mitten in der Stadt solche Straftaten begangen werden", sagte er am Montag.

Das ist eine völlig neue Dimension der Gewalt. So etwas kennen wir bisher nicht

Etwas mehr als 1000 Männer hätten sich versammelt. Albers zufolge stammten sie "dem Aussehen nach aus dem arabischen oder nordafrikanischen Raum". Dies hätten alle Zeugen übereinstimmend ausgesagt. Aus der Menge hätten sich Gruppen von mehreren Männern gebildet, die Frauen umzingelt, bedrängt und ausgeraubt hätten.

Der Polizeipräsident sprach von Sexualdelikten in sehr massiver Form und einer Vergewaltigung.

Die Polizei reagierte spät. Nach ihren Angaben hatte sie die Ansammlung auf dem Bahnhofsplatz in der Silvesternacht beobachtet und den Platz schließlich vorübergehend räumen lassen, weil Böller in die Menge geworfen wurden - der vielfache Missbrauch sei den Beamten zunächst nicht aufgefallen.

Die GdP reagierte entsetzt auf die Vorfälle. "Das ist eine völlig neue Dimension der Gewalt. So etwas kennen wir bisher nicht", sagte der NRW-Landesvorsitzende der GdP, Arnold Plickert, der Deutschen Presse-Agentur am Montag.

Die stark alkoholisierten Täter seien "völlig enthemmt und gewaltvoll" vorgegangen. "Ein Täter hat einer Zivilpolizistin in die Hose gefasst", berichtete Plickert. Bei den am Einsatz beteiligten Polizeibeamten herrsche eine "tiefe Betroffenheit".

Mit Material der DPA

Hier seht ihr die Szenen auf dem Kölner Domplatz:

Massive Ausschreitungen: Video zeigt das Chaos in der Kölner Silvesternacht

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