POLITIK
04/01/2016 08:48 CET | Aktualisiert 04/01/2016 08:58 CET

"Das wollte Hitler auch": Tschechiens Ex-Präsident wittert EU-Verschwörung in der Flüchtlingskrise

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Der frühere tschechische Präsident Vaclav Klaus ist bekannt für seine umstrittene Haltung gegenüber Zuwanderern. In seinem aktuellen Buch mit dem übersetzten Titel "Die Völkerwanderungs-AG" hatte er zuletzt Europas Politikern vorgeworfen, die nationalstaatlichen Identitäten zerstören zu wollen.

Jetzt hat Klaus im Interview mit der tschechischen Zeitung "Lidove noviny" vor einem "Migrations-Tsunami" gewarnt, der auf Europa zurolle.

Das wollten Diktatoren wie Hitler und Stalin in der Vergangenheit immer erreichen

"Es geht darum, ob wir unsere europäische Kultur, Zivilisation und Lebensweise durch Horden von Menschen zerstören lassen, die von anderen Kontinenten zu uns kommen", sagte der EU-Kritiker, der in der Flüchtlingsbewegung eine Verschwörung der EU sieht.

Seine These: Die Zuwanderung diene Brüssel dazu, die Nationalstaaten aufzulösen, und einen neuen europäischen Menschen der Zukunft zu schaffen. "Das wollten Diktatoren wie Hitler und Stalin in der Vergangenheit immer erreichen", sagte Klaus.

Dieses Land ist unser Land

Auch Klaus' Nachfolger im Amt, Milos Zeman, hatte zuletzt mit umstrittenen Äußerungen für Schlagzeilen gesorgt. So warnte Zeman in seiner Weihnachtsansprache vor der Flüchtlingsbewegung als einer "organisierten Invasion". "Dieses Land ist unser Land", sagte er.

Immer wieder kommen aus Prag kritische Töne in Richtung Berlin. So hatte Klaus Kanzlerin Angela Merkel im Oktober vergangenen Jahres Missmanagement in der Flüchtlingskrise vorgeworfen. "Ihr Versagen ist schlicht und einfach unübersehbar - sie ist eine Schönwetter-Politikerin", hatte er damals gesagt.

Dazu musste uns niemand aus Brüssel zwingen

Von Jahresanfang bis Mitte Dezember 2015 wurden in Tschechien 1425 Asylanträge registriert. Im gleichen Zeitraum erhielten 71 Personen Asyl und 385 wurden vorübergehend aufgenommen, wie das Innenministerium in Prag mitteilte.

Prag hatte in den vergangeben Monaten mehrfach den Vorwurf mangelnder Solidarität bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise zurückgewiesen. "Wir sind solidarisch. Wir haben Polizisten nach Slowenien, Ungarn und Mazedonien geschickt. Wir haben Slowenien, Kroatien und Serbien humanitäre Hilfe gewährt. Dazu musste uns niemand aus Brüssel zwingen", sagte Ministerpräsident Bohuslav Sobotka noch vor wenigen Tagen.

Mit Material von dpa

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