POLITIK
03/01/2016 02:20 CET

Terror-Alarm in München: Warnung vor Anschlag kam vom irakischen Geheimdienst

dpa

Das Szenario klingt grauenvoll: Terroristen des "Islamischen Staates" (IS), die mitten in die Silvesterfeiern hinein Bomben zünden. Sie hätten in der Menge der Partygänger am Münchner Hauptbahnhof oder am Pasinger Bahnhof ein Blutbad angerichtet.

Blaulicht auf den Straßen, martialisch bewaffnete Beamte - in München herrschte die vergangenen Tage Ausnahmezustand. Die Polizei fahndet weiter intensiv nach einer fünf- bis siebenköpfigen Gruppe von Syrern und Irakern, die Anschläge in Münchden geplant haben sollen.

Deutschland war und ist Ziel der islamistischen Terroristen

Nach Informationen der "Welt am Sonntag" stammten die Warnungen vor einem Terroranschlag im Auftrag des "Islamischen Staates unter anderem vom irakischen Geheimdienst.

Ein Verdächtiger sei von den Behörden in Bagdad namentlich identifiziert worden, berichtet das Blatt. Er soll sich mit anderen Terroristen in einem Münchner Hotel einquartiert haben, heißt es aus Sicherheitskreisen.

Auch die CIA habe vor einem Anschlag in Europa gewarnt, schreibt die "Welt am Sonntag". Besonders ernst hätten die bayerischen Behörden zudem einen polizeiinternen Hinweis aus Süddeutschland genommen. Bisher blieb die Fahndung jedoch ergebnislos.

"Deutschland war und ist Ziel der islamistischen Terroristen", sagte derweil SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann dem Blatt. Daher brauche Deutschland eine gut funktionierende Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden unserer Partner, so Oppermann.

Unsere freie Gesellschaft wird davon nicht bedroht

"Wenn ernsthafte Hinweise wie in Hannover und München kommen, dann darf man darüber nicht hinweggehen. Unsere freie Gesellschaft wird davon nicht bedroht."

Mehrere Medien hatten zuvor berichtet, dass die konkrete Warnung an Silvester vor einem Anschlag vom französischen Geheimdienst stammte. Der allererste Hinweis auf die beiden Bahnhöfe - ohne Details zu Verdächtigten und Zeitpunkt - sei laut "Süddeutscher Zeitung", WDR und NDR aber bereits spätestens am 23. Dezember gekommen, sei zunächst jedoch für unwahrscheinlich gehalten worden - bis sich die Informationen verdichteten.

Ein Hinweisgeber aus dem Irak wurde den drei Medien zufolge dort vom Bundesnachrichtendienst befragt. Nach dpa-Informationen war zudem ein früher Hinweis aus den USA gekommen. Den deutschen Sicherheitsbehörden lagen dann detaillierte Informationen zu Namen, Orten und möglichem Tatablauf vor.

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