POLITIK
03/01/2016 12:49 CET

Im Südchinesischen Meer droht ein Streit zu eskalieren, der schon fast in Vergessenheit geraten war

Die Chinesen landeten erstmals mit einem Flugzeug auf den künstlichen Spratly-Inseln.
dpa
Die Chinesen landeten erstmals mit einem Flugzeug auf den künstlichen Spratly-Inseln.

Es ist ein lang andauernder Streit, der nun erneut hochkocht: Vietnam wirft China vor, seine Souveränität als Staat verletzt zu haben. Der Auslöser: Die Chinesen landeten erstmals mit einem Flugzeug auf den künstlichen Spratly-Inseln. Auf dieses Gebiet im Südchinesischen Meer erheben sowohl China als auch Vietnam Anspruch.

Die Inseln, die als Flugplätze dienen, wurden von den Chinesen erbaut bzw. vergrößert.China ist der Meinung, dass die gesamte Lagune am Fiery Cross Reef, die etwa 105 Quadratkilometer misst, und fast das ganze restliche Südchinesische Meer unter ihr Herrschaftsgebiet fällt. Das Riff liegt größtenteils unter Wasser, nur fünf Quadratmeter Felsen ragen insgesamt aus dem Wasser.

Mehrer Nationen stellen den Anspruch der Chinesen in Frage: Neben Vietnam überschneidet sich das Gebiet mit den Ansprüchen der Philippinen, von Malaysia, Brunei und Taiwan. Bis kurz vor die Küsten dieser Länder will China das Meer sein Gebiet nennen, weit südlich von China selbst.

Die anderen Nationen werfen der Volksrepublik vor, sich ohne Recht Territorien wiederzuholen. Das Ziel Chinas soll sein, in den umstrittenen und rohstoffreichen Gebieten künstliche Inseln zu schaffen und sie so einzurichten, dass sie möglicherweise militärisch genutzt werden können.

Dieses Vorgehen nannte das vietnamesische Außenministerium illegal. Der Testflug verletze das gegenseitige Verständnis und die bilateralen Beziehungen, sagte ein Sprecher. Er forderte China auf, solche Aktionen in Zukunft zu unterlassen.

Die chinesische Regierung war sich aber keiner Schuld bewusst und gab offen zu, dass sie mit einem Zivilflugzeug die Landebahn testeten. Der Testflug sei auf chinesischem Territorium durchgeführt worden und China werde die unbegründeten Anschuldigungen von vietnamesischer Seite nicht akzeptieren, heißt es aus Peking.

Schon seit 2013 verfolgt China seine Ansprüche am Fiery Cross Reef mit Nachdruck und versucht das mit den künstlich aufgeschütteten Inseln zu untermauern. Zusätzlich vergrößerte die Volksrepublik ihre militärische Präsenz in dem Gebiet, durch das wichtige Handelsrouten von Schiffen führen.

Die internationale Welt beobachtet das Vorgehen kritisch. Im Dezember stationierten die Amerikaner erstmals ein Spionageflugzeug in Singapur, um das Geschehen zu überwachen und schickten ein Kriegsschiff zu den Spratly-Inseln. Auch Japan, die Philippinen und Malaysia starteten Überwachungsflüge.

Über den Testflug äußerte man sich in den USA besorgt. Der Flug am vergangenen Samstag habe die Spannungen verschärft, heißt es aus Washington. Pooja Jhunjhunwala, Sprecherin des amerikanischen Außenministerium, ermahnte auf BBC alle Beteiligten, aktiv Spannungen, die die regionale Stabilität gefährden, abzubauen. Sie legte sie den Nationen nahe, Schritte nach vorne zu gehen und Raum für diplomatische Lösungen zu schaffen.

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