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03/01/2016 03:53 CET | Aktualisiert 03/01/2016 03:54 CET

Paris-Attentäter: Sein syrischer Pass war schon seit 2014 zur Fahndung ausgeschrieben

dpa

Der falsche syrische Pass von einem der Paris-Attentäter war offenbar schon seit Juni 2014 im Schengenraum zur Fahndung ausgeschrieben. Das berichtet die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf deutsche Sicherheitskreise.

Französische Ermittler fanden den betreffenden Reisepass neben der Leiche eines Selbstmordattentäters vor dem Fußballstation Stade de France. Der Pass war auf den Namen "Mohammad Almahmod" ausgestellt. Dabei handelt es sich aber wohl nicht um den rechtmäßigen Pass des Terroristen, das Reisedokument soll angeblich durch den IS erbeutet worden sein.

Das Dokument war seit 2014 im Schengener Informationssystem (SIS) zur Fahndung ausgeschrieben. Eingetragen hatten die Fahndung die griechischen Behörden. Allerdings ohne Nennung der genauen Gründe.

Zusätzlich gibt es in der SIS-Datenbank eine zweite Sachfahndung nach Blanko-Reisepässen, deren Nummern bekannt sind und die in der Stadt Raqqa erbeutet worden sein sollen. Ein ausländischer Nachrichtendienst hatte deutschen Behörden nach Informationen der "Welt am Sonntag" die Liste mit den Passnummern übermittelt.

Insgesamt sollen zwei der Terroristen von Paris mit syrischen Ausweisen über Griechenland nach Europa gekommen sein. Bislang ist unklar, ob der spätere Paris-Attentäter "Mohammad Almahmod" und ein weiterer Terrorist, der mit einem syrischen Pass ausgestellt auf "Ahmad Almohammad" reiste, ihre Ausweise bei der Ankunft in Griechenland am 3. Oktober auch tatsächlich vorzeigten oder nicht. Eine elektronische Abfrage der Passnummern durch die griechischen Behörden soll jedoch nicht stattgefunden haben.

Dass einer oder mehrere der Attentäter möglicherweise mit syrischen Pässen die Grenzen überquert haben, war schon seit November bekannt.

Damals hatten führende Politiker in Europa gemahnt, Flüchtlinge nun nicht unter Generalverdacht zu stellen. Misstrauen und Hass zu schüren, sei genau das, was der IS damit bezwecke. Auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière warnte davor, dass nicht vorschnell irgendein Bogen zur Debatte um das Thema Flüchtlinge geschlagen werde.

Auch der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel sagte, dass die Mordtaten des IS nicht mit dem Schicksal der Flüchtlinge aus Syrien, Jordanien, Irak oder Afghanistan verquickt werden sollten. Man dürfte sie nicht darunter leiden lassen, dass sie aus den Regionen kommen, aus denen der Terror zu uns in die Welt getragen wird, sagte er dem Deutschlandfunk.

Die muslimischen Flüchtlinge könnten nichts dafür, "dass Mörder in Frankreich unter dem Namen einer Religion die Menschen und Europa bedrohen".

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