POLITIK
03/01/2016 08:15 CET

Hans-Werner Sinn warnt vor Folgen der Zuwanderung: "Es wird die Ärmsten treffen"

dpa

Hans-Werner Sinn nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um die Folgen der Flüchtlingskrise geht. Der Top-Ökonom, der auch schon als "Professor Unsinn" oder "Boulevardprofessor" verschmäht wurde, hatte zuletzt eine Abschaffung des Mindestlohns gefordert - anders sei die Flüchtlingskrise nicht zu bewältigen, sagte er der "Zeit".

Jetzt hat der Präsident des ifo-Instituts erneut vor den Folgen des Flüchtlingszustroms in Deutschland gewarnt.Im Interview mit dem "Tagesspiegel" sagte Sinn Verteilungskämpfe zwischen Flüchtlingen und sozial schwachen deutschen Haushalten voraus.

Es wird wohl auch die Ärmsten treffen

„Der Sozialstaat wird durch die freie Zuwanderung zwangsläufig lädiert”, sagte Sinn dem Blatt. „Es wird wohl auch die Ärmsten treffen”.

Laut Ifo-Berechnungen werde die Integration der Flüchtlinge Deutschland allein in diesem Jahr rund 21 Milliarden Euro kosten, sagte Sinn. Er riet zudem davon ab, die Ausgaben über neue Schulden zu finanzieren. „Wir müssen auf den laufenden Haushalt zurückgreifen”, sagte der Institutschef. Das sei auch möglich. „Im Moment haben wir noch Überschüsse, die schwarze Null ist 2016 zu halten”, betonte der Ökonom.

Insofern entsteht jetzt schon eine Last für künftige Generationen

Allerdings hätte man das Geld, das man jetzt für die Flüchtlinge ausgibt, zur Schuldentilgung verwenden können, schlug Sinn vor. "Insofern entsteht jetzt doch schon eine Last für künftige Generationen", kritisierte er.

Als Alternative nannte Sinn die Idee, das Renteneintrittsalter nach hinten zu verschieben oder Subventionen zu kürzen. Ohne den Arbeitsmarkt funktioniere Integration nicht, sagte er. "Die Flüchtlinge lernen am Arbeitsplatz am schnellsten Deutsch, sie verdienen Geld und fallen dem Sozialstaat nur noch teilweise zur Last. Und Arbeit verhindert, dass Parallelgesellschaften entstehen."

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