LIFESTYLE
03/01/2016 12:00 CET | Aktualisiert 19/01/2018 19:19 CET

Die Ärzte dachten, sie leide an Depressionen. Nach 12 Jahren erkannten sie ihren schrecklichen Fehler

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Vanessa Boayd leidet an Borreliose.

Als Vanessa Boyd vor 12 Jahren mit einem Hautausschlag zum Arzt ging, diagnostiziert dieser eine bakterielle Hauterkrankung namens Impetigo.

Aber der Ausschlag ging nicht weg. Außerdem litt die junge Frau aus dem britischen Sheffield zunehmend an Müdigkeit, Schwindel, Kopf- und Gelenkschmerzen. Die Ärzte versicherten ihr, sie habe Meningitis und behandelten sie mit verschiedenen Medikamenten.

Aber die Symptome verschwanden einfach nicht.

Über die Jahre ging Vanessa immer wieder zu den Ärzten. Ihr wurde schließlich eine Depression diagnostiziert. “Nachdem man mir so oft gesagt hatte, dass ich depressiv sei und dass sonst alles okay sei, habe ich angefangen das zu glauben. Ich dachte, ich werde verrückt und dass das alles nur in meinem Kopf ist“, erzählte sie dem britischen Magazin "The Star“.

Vergangenes Jahr wurden ihre Beschwerden schließlich so stark, dass sie ihren Beruf als Ingenieurin nicht mehr ausüben konnte. Die junge Frau war verzweifelt.

Sie durchforstete das Internet nach den Symptomen, an denen sie litt und wurde fündig:

Sie könnte an Borreliose leiden. Diese Erkrankung wird von Zecken übertragen und ist auch in Deutschland verbreitet. Sie ruft genau die Symptome hervor, an denen Vanessa die ganze Zeit litt.

Als sie mit dieser Vermutung zum Arzt ging – wieder einmal –, fand dieser schließlich endlich die Ursache ihrer Schmerzen und ihrer Müdigkeit.

Es war tatsächlich Borreliose.

Normalerweise lässt sich die Erkrankung relativ gut mit Antibiotika behandeln, wenn sie denn früh genug erkannt wird. Aber da Vanessa schon 12 Jahre unbehandelt an Borreliose litt, konnte die Krankheit Gehirn, Herz und das Nervensystem beschädigen.

Sie leidet nun unter Herzrasen, Atemproblemen und chronischen Schmerzen. Wegen ihrer Sehprobleme kann sie sich auch nicht mehr frei bewegen oder lesen. Wenn die Erkrankung weiter fortschreitet, wird Vanessa mit lebenslangen, schweren Behinderungen rechnen müssen.

Die 28-Jährige muss sich jetzt in den USA behandeln lassen – da es in Großbritannien keine adäquate Behandlungsmöglichkeiten für eine so heftige Form von Borreliose gibt. Ihre Partnerin Laura hat ihren Job aufgegeben, um sie zu begleiten. Die Frauen haben ihre ganzen Ersparnisse für Vanessas Therapie bei einem Borreliose-Spezialisten ausgegeben.

Vanessas Familie bittet nun auf der Spenden-Webseite "Gogetfunding“ um Hilfe, damit Vanessa ihre Behandlung fortführen kann.

Find out more about Vanessas campaign and how you could help petition for better treatment for #LymeDisease#MedicalFundraiser #Crowdfunding #GoGetFunding

Posted by Gogetfunding on Freitag, 25. Dezember 2015


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