POLITIK
02/01/2016 11:25 CET | Aktualisiert 03/01/2016 11:45 CET

Befürchtung wahr geworden: Trump taucht in Terror-Video von Dschihadisten auf

GRAND RAPIDS, MI - DECEMBER 21:  Republican presidential candidate Donald Trump speaks to guests at a campaign rally on December 21, 2015 in Grand Rapids, Michigan. The full-house event was repeatedly interrupted by protestors. Trump continues to lead the most polls in the race for the Republican nomination for president.  (Photo by Scott Olson/Getty Images)
Scott Olson via Getty Images
GRAND RAPIDS, MI - DECEMBER 21: Republican presidential candidate Donald Trump speaks to guests at a campaign rally on December 21, 2015 in Grand Rapids, Michigan. The full-house event was repeatedly interrupted by protestors. Trump continues to lead the most polls in the race for the Republican nomination for president. (Photo by Scott Olson/Getty Images)

Ein Clip von Donald Trump ist in einem neuen mutmaßlichen Anwerbevideo der militanten islamistischen Terrormiliz Al-Shaabab aufgetaucht. Der republikanische Präsidentschaftsanwärter ist in dem Video zu sehen, wie er seinen Plan erläutert, Muslime nicht mehr in die USA einreisen zu lassen.

Bevor Trump in dem beinahe 52 Minuten langen Video auftaucht, wird der Al-Kaida-nahe Islamisten-Prediger Anwar al-Awlaki gezeigt, der 2011 bei einem Drohnen-Angriff der USA ums Leben kam. Er sagt: “Muslime des Westens, nehmt euch in Acht und zieht Lehren aus der Geschichte. Unheilvolle Wolken ziehen an eurem Horizont auf. Gestern war Amerika ein Land mit Sklaverei, Segregation, Lynchmorden und dem Ku-Klux-Klan. Und morgen wird es ein Land der religiösen Diskriminierung und der Konzentrationslager sein.”

Danach zeigt das Video einen Ausschnitt aus einer von Trumps Wahlkampfreden kurz nach dem Terroranschlag in San Bernardino, in der er sagt: “Donald J. Trump ruft dazu auf, keine Muslime mehr in die USA zu lassen, bis die Vertreter unseres Landes herausgefunden haben, was zur Hölle hier vorgeht.” Die Zuhörer applaudieren begeistert.

video

Dann ist wieder Al-Awlaki zu sehen. “Der Westen wird sich eines Tages gegen seine muslimischen Mitbürger wenden”, sagt er. Die amerikanischen Muslime hätten zwei Möglichkeiten: “Entweder flieht ihr oder ihr kämpft.” Al-Awlaki hebt an dieser Stelle Nidal Hasan lobend hervor, den ehemaligen Psychiater der US-Armee, der 2009 in Fort Hood 19 Menschen tötete.

Die Sorge, dass terroristische Gruppen Trumps anti-islamische Rhetorik dazu benutzen könnten, neue Mitglieder zu rekrutieren, kam in einer Debatte der Demokraten im Dezember auf. Hillary Clinton nannte den republikanischen Spitzenkandidaten “den erfolgreichsten IS-Anwerber”.

Sie sprach auch davon - allerdings ohne es beweisen zu können -, dass “sie zu Leuten gehen und ihnen Videos von Donald Trump zeigen, in denen er den Islam und Muslime beleidigt, um weitere radikale Dschihadisten anzuwerben”. Ein Sprecher Clintons schwächte diese Aussage im Nachhinein ab. Er sagte, Clinton “hatte kein bestimmtes Video im Kopf, aber er [Trump] werde in sozialen Medien zu diesem Zwecke benutzt”.

Dieser Text erschien ursprünglich in der Huffington Post USA und wurde von Lea Kosch aus dem Englischen übersetzt.

Auch auf HuffPost:

So krass verhöhnt Donald Trump Angela Merkel

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.