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02/01/2016 09:49 CET | Aktualisiert 02/01/2016 09:55 CET

Iran droht Saudi-Arabien nach Massenhinrichtungen mit "ernsthaften Konsequenzen"

Eine Hinrichtung in Saudi-Arabien (Symbolfoto)
Screenshot Twitter
Eine Hinrichtung in Saudi-Arabien (Symbolfoto)

Wegen Terrordelikten und Anstiftung zur Gewalt hat Saudi-Arabien 47 Menschen hingerichtet. Die Regierung der Golfmonarchie erklärte, die Personen seien wegen Mitgliedschaft in "terroristischen Organisationen" und der Ausführung "krimineller Verschwörungen" verurteilt worden und hätten einer radikalen Strömung des Islam angehört.

"Diese Gruppe folgte den Fußstapfen des Teufels. Durch ihre terroristischen Taten ist unschuldiges Blut vergossen worden mit dem Ziel, die Stabilität in diesem Land zu erschüttern", hieß es nach Angaben der staatlichen saudischen Nachrichtenagentur SPA in einer Stellungnahme des Innenministeriums in der Hauptstadt Riad.

Unter den Hingerichteten befand sich auch der schiitische Geistliche Scheich Nimr al-Nimr. Dessen Hinrichtung hatte der Iran scharf verurteilt: "Anstatt sich mit den (IS-) Terroristen zu beschäftigen, die die Region und die ganze Welt gefährden, lassen die Saudis eine Persönlichkeit wie al-Nimr hinrichten", erklärte ein Sprecher des iranischen Außenministeriums.

Al-Nimr wurde wegen seiner Kritik an der Unterdrückung der religiösen Minderheit durch das sunnitische Königshaus inhaftiert. Der Aktivist war für seine Unterstützung friedlichen Protests bekannt. "Die rein politisch und religiös motivierte Tat reflektiert die irrationale und verantwortungslose Politik der Saudis", hieß es aus dem Iran.

Die Hinrichtung werde für das Königreich ernsthafte Konsequenzen haben, zitierte die Nachrichtenagentur ISNA den Sprecher weiter. Am Sonntag soll es vor der saudischen Botschaft in Teheran eine große Protestdemonstration geben

Der schiitische Iran und das sunnitisch-wahabitische Königreich Saudi-Arabien befinden seit Jahren im Dauerkonflikt. Neben den religiösen und geopolitischen Differenzen ist seit längerem auch der Konflikt in Syrien ein Streitthema. Teheran unterstützt dort das Regime von Präsident Baschar al-Assad, Riad hingegen die anti-Assad Rebellen.

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