WIRTSCHAFT
02/01/2016 07:50 CET | Aktualisiert 02/01/2016 07:50 CET

Firma entlässt 190 Muslime nach Streit um Gebetspausen

Father and son (8-9) praying on mats
ImagesBazaar via Getty Images
Father and son (8-9) praying on mats

Der Fall sorgt nicht nur bei den Betroffenen für Unverständnis: Ein US-Unternehmen hat 190 muslimische Mitarbeiter entlassen - weil die sich beschwert hatten, dass ihnen während der Arbeit nicht genügend Pausen fürs Beten zur Verfügung stünden.

Nachdem ihr Anliegen kein Gehör fand, traten die Angestellten schließlich in den Streik. Der Agrarkonzern Cargill Meat Solutions sprach eine Warnung aus: Wer länger als drei Tage nicht zur Arbeit erscheine, dem werde gekündigt. Als die Mitarbeiter weiter streikten, eskalierte der Streit und das Unternehmen machte seine Drohung wahr. Wie die "Denver Post" berichtete, wurden alle 190 muslimischen Angestellten einen Tag vor Heilig Abend rausgeworfen.

Für sie ist es schlimmer, ein Gebet zu verpassen als ihren Job zu verlieren

Der Vorfall sorgt in den USA, aber auch über die Landesgrenzen hinaus, für Empörung. Jaylani Hussein vom Council on American-Islamic Relations reagierte entsetzt auf den Vorfall. Seine Organisation vertritt mehr als 100 der betroffenen Arbeiter in dem Fall. Er sagte der Zeitung: "Für sie ist es schlimmer, ein Gebet zu verpassen als ihren Job zu verlieren. Das wäre, als würden sie Gottes Segen verlieren."

Die meisten der ehemaligen Angestellten sind somalischer Herkunft. Die Firma wehrt sich nun laut der "Denver Post" gegen dem Vorwurf, ihnen die Ausübung ihres Glaubens untersagt zu haben. "Zu keiner Zeit haben wir Menschen am Gebet gehindert“, wird eine Sprecherin des Konzerns von der Zeitung zitiert. Seit 2009 biete die Firma ihren Mitarbeitern einen Raum an, der zum Gebet genutzt werden könne.

Das ist einfach nicht möglich für uns

Die Entlassung begründete das Unternehmen damit, dass die Angestellten in größeren Gruppen zum Gebet gehen wollten. "Das ist einfach nicht möglich für uns", sagte ein Sprecher der Zeitung. Produktionsabläufe würden gestört, wenn zu viele gleichzeitig nicht am Platz seien.

Nach Angaben der "Denver Post" kam ein runder Tisch, bei dem die Leitung, Vertretungen der Gewerkschaft und die betroffenen Mitarbeiter zusammensaßen, zunächst zu keinem Ergebnis.

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