POLITIK
01/01/2016 13:56 CET | Aktualisiert 01/01/2016 14:02 CET

Hinweise aus dem Irak führten zur Terrorwarnung in München

Hinweise aus dem Irak führten zur Terrorwarnung in München
dpa
Hinweise aus dem Irak führten zur Terrorwarnung in München

Langsam sehen wir klarer: Nach der Terrorwarnung an Silvester werden immer mehr Details über den angeblich geplanten Anschlag in München bekannt. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, war die Gefahr eines islamistischen Terroranschlags den Sicherheitsbehörden spätestens seit dem 23. Dezember bekannt. Doch zu Beginn hielten die Sicherheitsbehörden die Hinweise für wenig glaubwürdig.

Das änderte sich laut SZ aber am 31. Dezember. Denn der Bundesnachrichtendienst konnte wohl einen Hinweisgeber im Irak selber befragen, auch der französische Geheimdienst hatte Informationen über einen bevorstehenden Anschlag auf zwei Münchner Bahnhöfe übermittelt.

Die Sicherheitsbehörden stuften die Hinweise daraufhin als glaubwürdig ein - und informierten die bayerischen Kollegen. Wegen der unmittelbar bevorstehenden Silvesterfeierlichkeiten entschied die Münchner Polizei, öffentlich zu warnen.

Untätig war die Polizei nach der ersten Warnung am 23. Dezember aber nicht. Laut SZ waren vor Weihnachten schon die Namen der Bahnhöfe, die Ziel des Anschlags werden sollten, genannt worden. Angaben zum konkreten Zeitpunkt oder zu den Namen der Attentäter gab es jedoch nicht. Daraufhin gründete die Polizei die Soko "Januar", die versuchte, mehr herauszufinden.

In die Ermittlungen waren das Bundeskriminalamt (BKA), die Staatsanwaltschaft München und das bayerische Innenministerium eingebunden. Auch der Generalbundesanwalt wurde informiert. Es gab Durchsuchungsbeschlüsse, die allerdings nicht vollzogen wurden, weil das Szenario eines Anschlags noch als zu unwahrscheinlich erschien.

Außerdem waren die angeblichen Täter, die in einem Hotel in der Innenstadt untergekommen sein sollten, nicht auffindbar. Das Hotel in der Landsberger Straße wurde laut Informationen des Bayerischen Rundfunks tagelang oberserviert.

Die Hinweise auf eine ernsthafte Gefahr hätten sich dann gegen 19:40 Uhr am Silvesterabend verdichtet, berichtet die SZ. Zu diesem Zeitpunkt sei ein finaler Hinweis eingegangen. Nun schien möglich zu sein, dass sich fünf bis sieben irakische und syrische Attentäter, deren Namen teilweise bekannt waren, in München aufhalten und an den Bahnhöfen Selbstmordattentate planen.

Sie sollten die Anschläge angeblich im Auftrag der Terrormiliz Islamischer Staat verüben. Diese Informationen hat inzwischen auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann bestätigt.

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