POLITIK
31/12/2015 02:57 CET | Aktualisiert 31/12/2015 03:03 CET

RCDS-Vorsitzender warnt: Flüchtlinge dürfen beim Studium nicht bevorzugt werden

dpa

Der Vorsitzende der unionsnahen Studentenvereinigung RCDS, Jenovan Krishnan, hat vor einer Bevorzugung von Flüchtlingen beim Zugang zum Studium gewarnt.

"Wenn deutsche Schüler und Studenten den Eindruck bekommen, dass für Flüchtlinge Kriterien runtergeschraubt werden, steuern wir geradewegs auf eine Neiddebatte zu", sagte Krishnan im Interview mit dem "Focus".

Wolle die Qualität der Lehre und der Forschung halten

"Wer in Syrien keinen akademischen Reifegrad erworben hat, kann nicht erwarten, studieren zu dürfen." Wer keine Zeugnisse vorweisen könne, müsse "beim Eignungstest zeigen, ob er die erforderliche Qualifikation besitzt", sagte der 24-Jährige.

Krishnan, der als RCDS-Chef dem CDU-Vorstand angehört und selbst aus einer Flüchtlingsfamilie kommt, betonte dabei: "Wir wollen die Qualität der Lehre und der Forschung, auf die wir zu Recht stolz sind, halten. Deswegen wäre es ein falsches Signal, für Flüchtlinge von diesen Standards abzurücken."

Dürfen unsere Regeln nicht umgehen

Schätzungen hatten zuletzt ergeben, dass es in nächster Zeit viele Flüchtlinge an die Hochschulen in Deutschland ziehen wird - nach Berechnungen der Friedrich-Ebert-Stiftung etwa 50.000.

Der erwartete Andrang ergebe sich, wenn man 2015 von etwa einer Million Flüchtlingen ausgehe, von denen ein Viertel zwischen 18 und 25 Jahren alt ist - und von denen wiederum vermutlich 20 Prozent studieren wollen.

Auch der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Horst Hippler, hatte zuletzt zu einem fairen und zugleich realistischen Umgang mit studierwilligen Flüchtlingen an deutschen Universitäten geraten.

"Wir wollen die Flüchtlinge in ihrer schwierigen Situation bestmöglich unterstützen, aber wir dürfen im Sinne der Chancengleichheit auch unsere Regeln für sie nicht umgehen", sagte Hippler.

Die Kultusminister der 16 Bundesländer hatten sich Anfang Dezember zunächst auf "Leitplanken" für den Umgang mit Flüchtlingen verständigt, die ohne ausreichende Dokumente in Deutschland studieren wollen.

Für solche Fälle soll es "ein dreistufiges Verfahren zur Studierfähigkeit" geben, Details der Umsetzung bleiben den einzelnen Ländern und den Hochschulen vorbehalten. Für Flüchtlinge mit Studierwunsch soll es Ansprechpartner an Hochschulstandorten geben.

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